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Erzählen Sie doch mal…

Die passende Antwort auf eine fiese Frage im Vorstellungsgespräch
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Ausnahmesituation Vorstellungsgespräch. Die Nervosität steigt mit jedem Schluck Wasser im Warteraum. Beim Aufrufen werden die Knie weich und dann geht es los. Die Situation ist schwierig genug – insbesondere wenn die Liste der bisher absolvierten Vorstellungsgespräche noch nicht besonders lang ist. Gerade, wenn man dann meint, man hätte sich mit guten Antworten aus den fiesen Fragen der Personaler gewunden, zieht dem einen oder anderen die Frage nach dem persönlichen Scheitern den Boden unter den Füßen weg.
Sie ist auch paradox, oder nicht? Man möchte sein Gegenüber überzeugen und beeindrucken, wird aber im nächsten Schritt explizit aufgefordert, über eine Situation zu sprechen, in der man versagt hat. Diese Antwort soll ehrlich sein und authentisch und möglichst nicht das entwerten, was man zuvor Beeindruckendes über die eigene Person erzählt hat. Was also sagen?
Schritt 1 (wie immer eigentlich): Durchatmen. Ruhig bleiben. Sammeln. Gib deinem Gegenüber zu verstehen, dass du eine Sekunde brauchst, um darüber nachzudenken. Und dann denke auch darüber nach. Sag nichts Unüberlegtes. Lege dir die Worte zurecht. Anbei eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine gute Antwort auf eine richtig fiese Frage.

Die Auswahl der richtigen Situation

Entscheide dich für eine Situation, in der du tatsächlich gescheitert bist. Bitte: Suche keinen (peinlichen) Ausweg, indem du einen Witz daraus machst oder etwas sagst, wie: „Damals, in der 10. Klasse habe ich mal eine zwei minus geschrieben, weil ich nicht richtig gelernt habe hihi.“ Bitte. Nicht. Damit täuscht du wirklich niemanden und kein Personalchef dieser Welt wird nach so einer Antwort einen innerlichen Haken hinter die Frage setzen und sich denken: „Wow, das‘ ja mal ‚n perfekter Kandidat. So gar kein Scheitern in der Vita!“ Klar, ein kolossales Versagen in einer der Aufgaben, auf die du dich bewirbst, ist vielleicht auch nicht gerade vorteilhaft. Häufig fragt der Interviewer aber genau danach: Einem Fehler, der speziell etwas mit deinem potentiellen Aufgabenfeld zu tun hat. Und dann solltest du auch ganz genau das machen: Wähle eine Situation, in der etwas Wichtiges aufgrund deines persönlichen Handelns schief gegangen ist. Aber beachte: „etwas“, nicht „alles“! Dein Gegenüber hofft vielleicht, dass du ihm von einer Situation erzählst, in der alles schief gegangen ist. Einer Situation, in der dein vorheriger Arbeitgeber beispielsweise viel Geld deinetwegen verloren hat oder du das ganze Netzwerk für Tage lahmgelegt hast. Aber das war nicht die Frage.

Alles Auslegungssache!

Definiere das Scheitern oder Versagen in deinen eigenen Worten. Das ist eine gute Möglichkeit die tatsächlichen Katastrophen, wenn denn vorhanden, zu umgehen. Deine eigenen Erwartung oder die Anderer nicht zu erfüllen, kann für den einen oder anderen auch Scheitern bedeuten. Dass du von einer Situation überrascht warst und dementsprechend nicht so schnell regieren konntest, wie es vielleicht notwendig gewesen wäre oder eine Aufgabe nicht in der vorhandenen Zeit geschafft zu haben. Das sind alles ganz ehrliche Antworten auf die Frage, was du als Scheitern oder Versagen empfindest.

Deine Geschichte

Nachdem du eine kleine Definition gegeben hast, geht es nun an die Auswahl der eigentlichen Situation. Aber bitte unterlasse eine aufwendige Inszenierung. Hier kommt man sehr schnell ins Schwimmen. Was den Personalchef zudem eigentlich interessiert, ist der Part, indem du das Problem versuchst zu lösen, nicht der, indem du das Problem herbeiführst. Schildere in diesem Schritt kurz und knapp und komme schnell zur Pointe. Erläutere vor allem, warum dir die Situation so schwer fiel. Versuche deinen Fehler nicht zu vertuschen - es ist klar, dass hier nicht alles so lief, wie es laufen sollte – deswegen erzählst du ja auch genau diese Geschichte. Wichtig: Sei authentisch! Wenn dir dein Interviewer die Story nicht abkauft, machst du dir den weiteren Verlauf des Gesprächs unnötig schwer.

Der Erkenntnisgewinn

Last but not least: Was hast du aus dem ganzen Chaos mitnehmen können? Das ist wohl der angenehmere Part dieser Antwort. Nachdem du dich offenbaren musstest, hast du nun die Möglichkeit zu berichten, was du aus der Situation gelernt hast. Vielleicht bist du sogar dankbar für dein Scheitern, weil es dich etwas Wichtiges hat lernen lassen. Vielleicht musstest du genau in dieser Situation versagen, um zukünftig bestimmte Anzeichen zu erkennen, ein Risiko einschätzen zu können oder es häufiger einmal in Kauf zu nehmen – was auch immer es ist: Beende deine Antwort mit der Erläuterung deiner Erkenntnis und damit mit etwas durchaus Positivem.

Die Frage nach dem persönlichen Scheitern trifft viele Menschen im Vorstellungsgespräch noch immer wie ein Schlag und das, obwohl sie nicht selten gut auf die Frage vorbereitet waren. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Keiner spricht gerne über Misserfolge. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du deine Antwort gut strukturierst: Stellst du deine eigene Definition von Misserfolg und den Erkenntnisgewinn in den Vordergrund, rückt die eigentliche Story ohne ausgeschmückte Details dezent in den Hintergrund – und das ganz ohne Flunkern und hilflose Vertuschungsaktionen.

Tags: Erfolg + Karriere + Jobsuche + Traumjob

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