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Vier Gedanken, mit denen sich jeder verrückt macht

Wenn er einen neuen Job anfängt
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Du hast dein Studium abgeschlossen, dich hinter den Schreibtisch geklemmt und Bewerbungen geschrieben, du bist zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden und hast schließlich ein Jobangebot bekommen, das zu gut war, um es abzulehnen. Jetzt bist du aufgeregt wie ein Schnitzel, was verständlich ist, immerhin ist es dein erster richtiger Job, den du antreten wirst. Und obwohl du die härteste Phase bereits hinter dir und die Stelle in der Tasche hast, machst du dir unzählige Gedanken, noch bevor du den ersten Arbeitstag angefangen hast. Das Gehirn ist ein kleines Wunderwerk, ein absoluter Hochleistungscomputer – aber manchmal ist es dir keine große Hilfe und einfach nur blöd. So gären die Gedanken langsam vor sich hin und fangen an, dich verrückt zu machen. Nicht beängstigend verrückt wie in einem Horrorfilm, aber doch wenigstens ein bisschen.
Wenn du hoffst, es läge daran, dass du zum ersten Mal einen Vollzeitjob annimmst, muss ich dich enttäuschen – auch beim dritten oder vierten Mal macht sich dein Gehirn noch den Spaß, dich mit verrückten Gedanken zu foppen und so machst du dir schnell einen Kopf, obwohl du eigentlich gar nicht müsstest. So geht es zumindest vielen. Wir nennen dir vier davon, die sich jeder macht – und wie du sie schnell abstellen kannst.

1. Du hast nichts, aber auch absolut nichts anzuziehen

Die Situation kommt dir vielleicht bekannt vor. Es ist dein erster Schultag auf der weiterführenden Schule oder du kommst in eine neue Klasse und im Kleiderschrank findet sich einfach nichts, überhaupt nichts, was du anziehen könntest, nur die ollen, langweiligen Klamotten, die dir deine Eltern gekauft haben, weil du "ganz toll darin aussiehst". Und dabei hast du über ein Jahr gebraucht, sie soweit zu bringen, dir das coole Shirt von Adidas oder Fishbone zu kaufen, das seit Tagen dreckig in der Wäsche liegt, obwohl du darauf hingewiesen hast – mehrmals! –, es heute unbedingt zu brauchen.

Seien wir ehrlich: So viel hat sich seit der Schulzeit nicht verändert. Du willst mit deinem Outfit dazugehören, mehr noch, du willst die Leute beeindrucken. Du willst lässig aussehen, gleichzeitig cool und schick, trendig, aber ohne den Eindruck zu vermitteln, als liefest du jeder Mode hinterher, es soll niemand denken, du hättest dich für einen sonntäglichen Nachmittag auf der Couch angezogen, aber völlig overdressed soll es ja auch nicht sein. Du willst den süßen Geruch des Erfolges verbreiten und dabei interessant wirken. Deine künftigen Kolleginnen und Kollegen sollen schlicht begeistert von dir sein. Und so zerbrichst du dir stundenlang deinen Kopf, räumst Wäscheberge aus und ein, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Aber glücklicherweise sind wir nicht mehr in der Schule. Klar, wenn du am ersten Arbeitstag in verwachsener Jogginghose in der Anwaltskanzlei erscheinst oder mit Frack und Zylinder in die Social-Media-Abteilung eines Unternehmens, dann musst du damit rechnen, nach deiner Kleidung beurteilet zu werden. Kleidest du dich jedoch ganz normal, werden deine neuen Kolleginnen und Kollegen eher an dir selbst interessiert sein, als an deiner Kleidung.

Dir zu viele Gedanken um deine Garderobe zu machen, ist also unnötig. Auch wenn es dein erster richtiger großer Job ist, hast du sicherlich schon mal während des Studiums gearbeitet oder ein Praktikum gemacht. Wenn du also schon einmal eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen bekommen hast, denk einfach daran, was diese Person damals an ihrem ersten Arbeitstag getragen hat. Du kannst dich nicht daran erinnern? Na also.

2. Das Unternehmen hat dich nur eingestellt, weil du sie beim Vorstellungsgespräch reingelegt und getäuscht hast

Ein Vorstellungsgespräch ist immer eine Gratwanderung. Du hast sicherlich viele tolle Sachen in deinem Lebenslauf stehen und die eine oder andere Fähigkeit vorzuweisen, mit der du deinem zukünftigen Arbeitgeber eine wichtige Stütze sein kannst. Aber du bist nicht der einzige Fisch im Wasser und so gilt es, dich richtig gut zu präsentieren, wenn du den Job möchtest (das gilt natürlich auch in die andere Richtung – ist die Firma von dir als Gesamtpaket völlig hin und weg, muss es dich ebenso überzeugen). Du erzählst also von großartigen Projekten, rückst deine unendlichen Fähigkeiten ins rechte Licht und fragst dich dabei, wer dieser perfekte Mensch ist, über den du da gerade sprichst und der so gar nicht nach dir klingt. Doch kaum hast du die ersten Stunden an deinem neuen Arbeitsplatz hinter dich gebracht, kommen die großen Zweifel: Eigentlich bist du viel zu unqualifiziert und du hast eine leise Ahnung, weshalb du dennoch eingestellt wurdest: Weil du im Vorstellungsgespräch ziemlich getrickst und dir so den Job erflunkert hast. Besser also, du schmeißt den Job lieber jetzt hin und wahrst dein Gesicht, bevor der Betrug aufliegt.

Aber du saßt beim Vorstellungsgespräch ja nicht alleine am Tisch und für deine Gesprächspartner war es sicherlich nicht das erste Mal, dass sie eine geeignete Kandidatin oder einen geeigneten Kandidaten für eine Stelle aussuchen mussten. Sicher werden sie bei Personalentscheidungen schon mal danebengelegen haben, das ist unvermeidbar, jedoch wird es sich um wenige Ausnahmen handeln. Es ist Ihre Aufgabe, dich auf Herz und Nieren zu prüfen, um die offene Stelle bestmöglich zu besetzen, sie sind also nicht so einfach reinzulegen. Und es wird auch keine Losentscheidung wie bei einer Tombola gefällt. Die Entscheidung für dich ist eine durchdachte und mindestens eine wichtige Person wirst du überzeugt haben. Wenn du am Zweifeln bist, halte dir vor Augen, dass die Wahl nicht bloß zufällig auf dich fiel und geh das Vorstellungsgespräch noch einmal im Geiste durch – bestimmt wirst du über mindestens einen Moment stolpern, der zeigt, warum du die beste mögliche Besetzung bist.

3. Du willst in deinen alten Job oder an die Uni zurück

Du warst unheimlich froh, endlich dein Studium abgeschlossen zu haben, nicht mehr in stickigen Hörsälen sitzen und für Klausuren lernen zu müssen? Dein letzter Job war mindestens die Vorhölle? So schlimm deine Studienzeit oder dein letzter Arbeitgeber auch sein mochte, sie oder er können niemals so schlimm gewesen sein, dass du nicht in den ersten Tagen auf deiner neuen Arbeit nostalgisch daran zurückdächtest und dir einredest, irgendwie sei es doch ganz nett gewesen. Und sei es nur, dass du einen festen Stellplatz für dein Mittagessen im Kühlschrank hattest. Und kaum hast du in deiner neuen Firma angefangen, fängst du an, die alte zu vermissen. Aber eigentlich vermisst du nicht deinen alten Arbeitsplatz selbst. Vielleicht den einen oder anderen Teil. Den frisch gebrühten Kaffee, der jeden Morgen in der Küche wartete, beispielsweise. Oder die Kollegin, mit der du immer zur Pause gegangen bist. Aber vor allem vermisst du das Gefühl, Teil von etwas zu sein, ein Gefühl, dass du dir in der neuen Firma natürlich noch erarbeiten musst. Aber der menschliche Hang nach Bequemlichkeit legt dir nahe, dass das einfacher ginge: Mach einfach einen Schritt zurück und alles wird gut.
Dabei ist es nicht allzu schwer, dieses Gefühl auch bei deiner neuen Arbeit zu bekommen. Dekoriere dir deinen Arbeitsplatz mit persönlichen Dingen wie Fotos oder Postkarten, geh mit deinen direkten Kolleginnen und Kollegen in die Pause oder verabrede dich nach Feierabend mit ihnen zum Kaffeetrinken, um mehr über sie zu erfahren. Wenn du dir bei irgendetwas unsicher bist oder bestimmte Abläufe noch nicht kennst, frag nach – besonders in der Anfangsphase wirst du auf viele offene Ohren stoßen.

4. Kaum angefangen, schon hast du deine große Karrieremöglichkeit in sich zusammenfallen lassen wie ein Kartenhaus

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Du wirst in deiner ersten Woche einen Fehler machen. Und solltest du es wirklich schaffen, die erste Woche über fehlerlos zu bleiben, wirst du ihn in der zweiten Woche machen. Spätestens in der dritten. Vielleicht hast du eine Akte falsch eingeordnet oder eine fehlerhafte Mail abgeschickt. Oder das Projekt, das du fertig stellen solltest ist echt nicht gut. Du stellst es deinen Vorgesetzten vor und du kannst es ihnen deutlich ansehen: Begeistert sind sie nicht von deiner Arbeit. Es gibt kein Lob, nur eine unverbindliche Floskel, die aber sehr stark nach "Diese Arbeit ist Murks" klingt. Dass sie nicht zufrieden sind, muss dir keiner sagen, das siehst du auch so. Du arbeitest nicht einmal einen Monat hier und schon hast du dir alles versaut. Es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis du die Kündigung auf den Schreibtisch geflattert bekommst und dieses Missverständnis beendet wird.

Du bist nicht der einzige, dem das so geht. Und obwohl du dir so viele Gedanken machst, wirst du natürlich nicht gefeuert. Fehler passieren, besonders in den ersten Wochen, schon alleine, weil deine Verantwortlichkeiten sich verändert haben. Häufig sind es auch firmeninterne Gesetzmäßigkeiten, die dir noch nicht geläufig sind und für Außenstehende gar bizarr anmuten können: "Zwischen 8:30 und 8:45 Uhr zelebriert der Chef in seinem Büro seinen ersten Kaffee des Morgens. Da solltest du nicht einmal anklopfen, wenn die ganze Etage in Flammen steht, sonst hört man das noch zwei Straßen weiter. Wenn er seinen ersten Kaffee getrunken hat, ist er aber der freundlichste Mensch der Welt." Wenn du also nicht gerade mehrere tausend Euro hinterschlagen oder die Firma in den Ruin getrieben hast, hast du nichts zu befürchten. Das Gute ist, jeder weiß, dass du neu im Job bist – du wirst in den ersten Wochen also keine Aufgabe bekommen, mit der die Existenz der Firma steht oder fällt. Erinnere dich also daran, dass du gerade erst angefangen hast und es in Ordnung ist, wenn es zu Beginn etwas holprig läuft.

Tags: Erfolg + Arbeitsplatz + Karriere + Arbeitgeber + Traumjob