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Nicht qualifiziert genug für deinen Traumjob?

Wir nennen dir drei Anzeichen, warum du es vielleicht doch bist
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Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Erst ist es die Begeisterung, die dich packt, wenn du auf die für dich perfekte Stellenausschreibung stößt, auf deinen absoluten Traumjob. Ein Job, den zu bekommen der Jackpot, die drei aufgehenden Sonnen in der Spielothek wäre. Kurz darauf folgt die Ernüchterung, wenn du dich durch das Anforderungsprofil liest. Du bist nicht qualifiziert genug für die Stelle, deine Fähigkeiten entsprechen nicht ganz dem Anforderungsprofil. Es wäre ja auch zu schön gewesen. Du schließt also das Fenster, schließlich hättest du den Job sowieso nicht bekommen, und suchst weiter nach einem Job, der eher zu deinen Befähigungen passt, auch wenn er am Ende des Tages kein Traumjob für dich sein sollte, sondern halt nur irgendein Job.

Das ist nur menschlich, aber die falsche Herangehensweise. Es kann natürlich sinnvoll sein, für eine bestimmte Zeitspanne "irgendeinen Job" anzunehmen, aber auf Dauer wird er dich nicht glücklich machen. Und wenn du schon die Gelegenheit hast, vielleicht in deinen Traumjob einsteigen zu können, solltest du diese auch nutzen und dich ein bisschen länger mit der Stellenanzeige auseinandersetzen; vielleicht passt es ja trotzdem und du denkst nur, du hättest keinerlei Chance. Manche Anforderungen, die gestellt werden, sind notwendig für eine Stelle und wenn du sie nicht erfüllst, brauchst du dich auch nicht zu bewerben, das raubt nur dir und den Personalern die Zeit. Überlege dir lieber, wie du die geforderten Fähigkeiten am besten erwirbst. Aber nicht jede Anforderung, die in der Stellenanzeige steht, ist unabdingbare Voraussetzung, besonders nicht, wenn du anderes zu bieten hast. Hier lohnt es auf jeden Fall, sich zu bewerben.

Bei uns erfährst du, wann du dich trotzdem bewerben solltest:

1. Du hast bereits einiges an Erfahrung in dem Bereich sammeln können, nur noch nicht direkt in der Position

Schon im Grundschulalter schrieb ich ständig Geschichten in Schulhefte und unterhielt mit ihnen meine Verwandtschaft auf Familienfesten. Mit zwölf brachte ich eine zweiseitige Zeitung über und für meine Familie heraus, die ich an eben diese verkaufte, um mein Taschengeld aufzubessern (Fun Fact: Sie brachte es nur auf vier Ausgaben, da sich ein Onkel über einen Bericht beschwerte, der auffliegen ließ, dass er sich die Haare färbte. Allerdings war es keine investigative Glanzleistung, sondern ein offenes Geheimnis. Die Verpackungen der Färbungen versteckte er auch nicht sehr gut. Die Einstellung der Zeitung bedeutete es trotzdem). Und obwohl ich mir nichts anderes vorstellen konnte, als nach der Schule mein Geld mit Schreiben zu verdienen, studierte ich doch etwas ganz anderes.

"Mädchen", pflegte mein Vater immer zu sagen, wenn er mir verdeutlichen wollte, es folge nun ein Monolog der Vernunft, "Schreiben sollte immer ein schönes Hobby bleiben. Verdienen tust du damit nichts, zum Leben ist es zu wenig und zum Sterben zu viel. Du weißt, dass wir dich in allem unterstützen, aber wenn du meinen Rat hören möchtest" – und es war keine Frage für ihn, dass ich den Ratschlag hören wollte – "studier' lieber etwas Vernünftiges." Meine Mutter stieß in ein ähnliches Horn, Unabhängigkeit war ihr schon immer wichtig gewesen. Und obwohl es eigentlich nicht das war, was ich wollte, ließ ich mich von meinen Eltern überzeugen und studierte "etwas Vernünftiges", was für meinen Vater etwas Wirtschaftsrelevantes bedeutete, und trotz mancher Vorlesung und manchem Seminar, in denen meine ganze Konzentration dem Offenhalten meiner Augen galt, habe ich es sogar bis zur Masterarbeit durchgehalten. Aber ich entfernte mich damit natürlich von meiner eigentlichen Berufung, dem Schreiben.

Das Schreiben wurde zu einem "schönen Hobby", wie mein Vater sagte, und ich schrieb den einen oder anderen Artikel für kleine Magazine und Zeitungen und arbeitete mit einem Freund an einem kleinen Projekt, für das er eine Marketing-Strategie und verschiedene Texte brauchte. Sonst lief das Schreiben eher nebenbei. Ein Volontariat in einer Zeitung, gar in einer großen, rückte für mich in weite Ferne und ich fragte mich, wie ich doch noch irgendwie reinkommen könnte, denn mein damaliger Job war zwar in Ordnung, aber die Erfüllung war er nicht. Doch es waren genau die Erfahrungen, die ich hier gesammelt hatte, die mir schließlich über kleine Umwege die Tür öffneten. Mein jetziger Arbeitgeber suchte jemanden mit meinen Fähigkeiten und Kenntnissen für die PR- und Pressearbeit – sie waren es letztendlich, die den Ausschlag für mich gegenüber Bewerbern, die mehr Schreiberfahrung gesammelt hatten, gaben. Inzwischen schreibe ich für verschiedene Plattformen und Magazine, seit neuestem auch für diesen Blog. Außerdem fange ich noch dieses Jahr ein Volontariat in einer kleinen Zeitung an.

Als ich meinem Vater davon erzählte, schüttelte er nur den Kopf und sagte nicht ohne Stolz: "Du warst halt schon immer ein Dickschädel, am Ende bekommst du eben, was du willst."

2. Deine Hobbys sind für den Job relevant

Ich erwähnte es bereits unter dem ersten Punkt: Schreiben gehörte schon früh zu meinem Leben und doch entschied ich mich gegen den "professionellen" Weg und beließ es dabei, das Schreiben für mich zu einem "schönen Hobby" zu machen. Für mich war klar, das Schreiben nicht aufgeben zu wollen oder es zu einem Hobby unter vielen zu machen: Alle paar Monate ein Gedicht zu schreiben ist schön und gut, hätte sich für mich aber nicht angemessen angefühlt. Und ich bin mir sicher, so hätte ich meinen aktuellen Job auch nicht bekommen. Schreiben gehört für mich zu den Hobbys, in die ich mein Herzblut stecke und für die ich gerne auch mal einen Abend mit Freunden sausen lasse, wenn es sein muss. Lange Zeit hat es nicht viel Geld eingebracht – was es wohl als Hobby definiert – und es war auch nicht klar, ob es das je würde. Und auch wenn es schön ist, dass es das jetzt tut, geht es bei einer Leidenschaft auch nicht primär darum.

Und doch kann ein Hobby, das relevant für den Job ist, der berühmte Türöffner dafür sein, dieses zu deinem Beruf machen zu können. Mach dir keinen Kopf, dass du nicht qualifiziert genug bist, weil du eine Tätigkeit "nur" als Hobby ausführst. Versuch dein Glück. Inzwischen habe ich einige Leute kennengelernt, denen es ähnlich erging. Lange hatten sie nicht daran geglaubt, ihre persönlichen Projekte könnten sie einmal dahin bringen, wo sie hinwollten. Doch als sich die Gelegenheit ergab, haben sie sie beim Schopfe gepackt.

3. Du besitzt nicht alle der gewünschten Qualifikationen

Grund genug, dich nicht auf die Stellenausschreibung zu bewerben, oder? Für viele Personaler ist die Anforderungsbeschreibung eine Art Wunschzettel, denn wer hätte nicht gerne die eierlegende Wollmilchsau. Aber in den meisten Fällen ist diese nicht zu bekommen. Das wissen natürlich auch die Personaler. Es ist also nicht schlimm, wenn du nicht hundertprozentig auf das Profil passt, denn bis zu gar nicht passen sind es ja noch einige Prozent. Also nimm dich nicht schon selbst aus dem Rennen, sondern schau dir die Anzeige genau an. Wenn du einen Großteil der Anforderungen erfüllst und auch noch einige Fähigkeiten, die nicht explizit gefordert sind, die der Stelle aber gut zu Gesicht stehen, solltest du nicht zweifeln – stattdessen solltest du dich lieber bewerben. Nur so kannst du herausfinden, wo du stehst. Und wer weiß, vielleicht arbeitest auch du bald in deinem Traumjob.

Tags: Traumjob + Erfolg + Karriere + Jobsuche + Bewerbung