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7 Arten von Mentoren

die dir helfen können, in deiner Karriere zu gedeihen
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An dem Tag, an dem ich mein Studium abschloss, sagte mir mein Lieblingsprofessor für Philosophie, dass ich mir als Erstes einen Mentor suchen sollte, bevor ich einen Job finde oder mich für ein postgraduales Studium bewerbe. Ich war erst 22 und hatte es auch ohne einen solchen eigentlich weit gebracht, aber mein Professor schien weitsichtig zu sein, denn diesen Rat habe ich im Laufe meiner Karriere immer wieder erhalten.

In der Populärkultur wird ein Mentor oft als eine ganz bestimmte Art von Person dargestellt, die einen unter ihre Fittiche nimmt, einem Ratschläge erteilt, einem zeigt, worauf man achten muss und einen mit Leuten bekannt macht, die man definitiv kennen sollte. Und das tun sie im wirklichen Leben sicherlich auch zum Teil. Aber Mentoren gibt es in allen möglichen Variationen und sie können hilfreich sein, egal, an welcher Stelle deiner Karriere du dich befindest.


Es spricht für sich, schon früh im Leben Mentoren zu finden und immer wieder zu überprüfen, wie diese dir bei deiner Entwicklung helfen. Ob du nun ein Berufseinsteiger bist, jemand, der sich gerade erst umorientiert hat oder jemand, der einen bestimmten Job oder eine Karriere hat oder anstrebt - Mentoren können dir Halt geben und deine Leidenschaften fördern.

Hier sind sieben Arten von Mentoren, die du für deinen Weg in Betracht ziehen solltest:

1. Der traditionelle Mentor


Hast du schon einmal gehört, dass eine ruhige See keinen guten Seemann macht? Dieses Zitat von Franklin D. Roosevelt teilte ein Kollege einmal mit mir - an einem dieser Tage, an denen ich an meinen Aufgaben verzweifelte. Karrieren können wirklich hart sein, aber es ist tröstlich, wenn man das Gefühl hat, sich an jemanden wenden zu können, der schon einmal im selben Boot saß.

Ein traditioneller Mentor ist jemand, der schon länger in deinem Bereich oder deiner Branche tätig ist, z.B. ein Vorgesetzter aus einem früheren Job oder Praktikum oder ein Professor, der dir geholfen hat, deinen Weg von der Schule ins Berufsleben zu finden. Vielleicht hatte derjenige auch schon einmal deinen jetzigen Job oder er ist in der Position, die du in Zukunft anstrebst. Ein traditioneller Mentor ist eine bewährte Wahl, da dieser in der Regel denselben Weg gegangen ist, auf dem du dich gerade befindest. Nutze das Mentoring, um mehr über den Arbeitsmarkt, die Branche und deinen Platz darin zu erfahren.

Ein traditionelles Mentoring kann eine dauerhafte Bindung sein, die du bis in den fernen Ruhestand beibehältst. Aber bedenke, dass du im Laufe deiner Entwicklung vielleicht einen anderen Weg einschlagen kannst als dein Mentor – und das ist auch in Ordnung. Für einige Dinge wirst du dich vielleicht weiterhin an ihn wenden, z.B. für umfassendere Karriereratschläge von jemandem, den du kennst und dem du vertraust, und für andere Fragen, z. B. wie du in einer anderen Branche Fuß fassen kannst oder wie du deine Elternzeit planst, kannst du dich dann an einen anderen Mentor wenden. Aber ganz gleich, wo du am Ende landest, es ist gut, diese Person bei erfolgreichen Reisen und großen Stürmen dabei zu haben.

2. Der affinitätsbasierte Mentor


Eine auf Affinität basierende Mentorenschaft entsteht aus einer Gemeinsamkeit, die oft aus einer unterrepräsentierten Identität resultiert - sei es Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Sexualität, Religion oder eines der unzähligen anderen Merkmale. Dies kommt nicht nur dir zugute und erinnert dich daran, dass du nicht alleine bist, sondern kann auch zu organisatorischen oder sogar branchenweiten Veränderungen in der Politik oder Wahrnehmung führen.

Es ist schwierig, sich auf der Weihnachtsfeier im Büro zurechtzufinden, wenn man der Einzige ist, der kein Weihnachten feiert. Stell dir also einen Mentor vor, der dir dabei behilflich ist, den anderen Kollegen mitzuteilen, dass du nicht am diesjährigen Wichteln teilnehmen wirst. Oder du besprichst mit ihm einen Plan, wie du eine Vollzeitbeschäftigung anstreben und andere Anpassungen vornehmen kannst, die es dir ermöglichen, deine Arbeit trotz einer chronischen Krankheit bestmöglich zu erledigen.

Es gibt viele Möglichkeiten, jemanden zu finden, der dich versteht. Beginne mit dem, was dich bei der Arbeit isoliert und suche jemanden, der sich in deinem Unternehmen oder anderswo in einer ähnlichen Situation befindet. Du kannst dich an berufliche Netzwerke oder einen Branchenverband wenden. Es gibt viele Strategie, um potenzielle Mentoren ausfinden zu machen: Beitritt zu Mitarbeiter-Ressourcengruppen, allgemeines Networking, Nutzung von LinkedIn, um Leute zu finden, die ehrenamtliche Erfahrungen in deiner Identitätsgemeinschaften gesammelt haben - einfach alles!

Wenn du einen Mentor mit Affinität findest, denke daran, dass ihr beide komplex seid. Nur weil ihr die gleiche Sprache sprecht, heißt es noch lange nicht, dass ihr Zwillinge seid. Was jedoch zählt, ist die Gewissheit, dass es jemanden gibt, der mindestens eine Gemeinsamkeit mit dir hat, der seine Erfahrungen mit dir teilen kann und der dir einfühlsam zuhören wird. Ein Mentor, der auf Affinität basiert, kann dir ein Gefühl von Selbstvertrauen und Zugehörigkeit vermitteln und dich den Tag überstehen lassen.

3. Der Gruppen-Mentor


Gruppen-Mentoring wird oft in Form von Kohorten durchgeführt. Denke an ein Sommerpraktikumsprogramm, bei dem ein erfahrener Fachmann eine Mentorenkohorte leitet, die sich wöchentlich zu Fragen und Antworten, Diskussionen und Workshops beim Mittagessen trifft. Oder eine Initiative für weibliche Führungskräfte, die eine Gruppe vielversprechender junger Fachkräfte zu Schulungen und Gesprächen zusammenbringt.


Du kannst viel von deinem Mentor, aber zum Beispiel auch viel von deren anderen Schützlingen lernen und Beziehungen zu gleichaltrigen aufbauen. Wenn jemand ein Problem anspricht und Ratschläge erhält, kannst du nach Möglichkeiten suchen, wie du diese Ratschläge auch auf deine eigenen Probleme anwenden kannst. Und in einigen Fällen wirst du feststellen, dass du dich auch direkt an die anderen wenden kannst, um Vorschläge und Unterstützung zu erhalten.

Ein Gruppen-Mentoring ist ähnlich wie ein Buchclub oder eine Sport-Mannschaft: Es gibt ein gemeinsames Verantwortungsgefühl, ein gemeinsames Interesse und viel Raum für Individualität.

4. Der gleichaltrige Mentor


Skeptiker nennen gleichaltriges Mentoring vielleicht nur „Freundschaft“ oder eine kollegiale Arbeitsbeziehung. Aber man kann so viel von Leuten lernen, die ungefähr auf der gleichen Karrierestufe stehen wie du selbst und gleichzeitig ein Gefühl der Kameradschaft entwickeln. Die Strategie, einen Kollegen besser kennenzulernen, für verschiedene Ressourcen einzutreten und in der Lage zu sein, Projekte zu übertragen oder Kunden während der Hochsaison auf Alternativen zu verweisen, sind alles zusätzliche Vorteile dieser Beziehung.

Einige Fragen, die du deinem gleichaltrigen Mentor stellen kannst, lauten beispielweise: Was weißt du über diesen Kunden? Welches Verfahren wendest du für die komplizierte Aufgabe an? Welche Prioritäten setzt du bei dem Projekt? Wie hast du die Situation in deinem Unternehmen gehandhabt? Erscheint dir das Vorgehen in dem Projekt so richtig?

Gleichaltriges Mentoring erfordert ein gemeinsames Verständnis und eine Übereinkunft, vor allem, wenn du in einem Nischenmarkt tätig bist oder dein Job von der individuellen Leistung abhängt. Obwohl man in solchen Situationen häufig in direkter Konkurrenz steht, kannst du eine Vereinbarung treffen, die für beide Seiten angenehm ist. Denke daran, folgende Dinge aufzunehmen: Was besprochen wird, bleibt unter euch. Sprecht nicht über die Probleme des anderen mit einem gemeinsamen Kollegen. Wenn ihr einen Kontakt herstellt, klärt ihr das zuerst mit der anderen Person ab, ob es in Ordnung ist.

5. Der funktionsübergreifende Mentor


Manchmal ist es im Berufsleben erhellend, eine Perspektive einzunehmen, die sich so sehr von der eigenen unterscheidet, da sie einem die Augen öffnet oder die eigene Meinung ändert. Ein funktionsübergreifender Mentor ist ein Kollege in einem anderen Team oder in einer anderen Abteilung, mit dem du vielleicht an größeren Projekten oder Prozessen arbeitest, an denen mehrere Interessengruppen beteiligt sind. Es handelt sich dabei nicht um einen direkten Kollegen und auch nicht um einen Vorgesetzten, aber er weiß gerade so viel über deine Rolle und dein Team, dass er dir einen neuen Bezugsrahmen bieten kann.

Diese Art von Mentorenschaft ist vielleicht am einfachsten zu kultivieren, da sie unter dem Begriff "Networking" zusammengefasst wird. Wahrscheinlich hast du bereits mit potenziellen funktionsübergreifenden Mentoren bei Projekten oder unternehmensweiten Veranstaltungen zu tun. Such dir also jemanden, der einen anderen Titel und einen anderen Blickwinkel als du hast und schlage ein persönliches Gespräch vor, um die Erkenntnisse, die ihr einander bieten könnt, zu vertiefen. Wenn du zum Beispiel Softwareentwickler bist (hier findest du übrigens deinen Job in der Softwareentwicklung), könntest du einen Kollegen aus dem Marketing aufsuchen (Job im Marketing gefällig? – klick hier), um zu erfahren, wie die Benutzer auf die von dir programmierten Entwicklungen reagieren. Oder wenn du im Vertrieb (hier geht’s zu deinem neuen Job) arbeitest, kannst du dich an jemanden aus der Rechtsabteilung wenden, um die Feinheiten und die Komplexität der Verträge zu verstehen, die mit den Geschäften verbunden sind, die du abschließt.

Stell dir Fragen wie: Was würden Sie sich wünschen, dass meine Abteilung über Ihre Arbeit weiß? Bei welchen Fragen, z. B. der Aktualisierung des Kundenbeziehungsmanagementsystems, können wir zusammenarbeiten, so dass unsere Abteilungen gegenseitig davon profitieren?

6. Der umgekehrte Mentor


Eine umgekehrte Mentorenschaft bedeutet, dass eine Führungskraft, ein mittlerer Manager oder eine Person mit einer gewissen Position absichtlich den Austausch mit einem Neuling oder einer Person ohne so viel Macht und Verantwortung in einem Unternehmen sucht. Es kann demütigend und augenöffnend sein, mit einem Praktikanten oder Berufsanfänger in einer Beziehung zu interagieren, in der der Neuling der Mentor ist. Wie lässt sich das bewerkstelligen?


Du kannst dich an einen umgekehrten Mentor wenden, um Feedback über die Funktionsweise eines neuen Systems oder Prozesses von den Leuten zu erhalten, die es tagtäglich anwenden. Du kannst dich an sie wenden, damit sie dir helfen, neue Werkzeuge oder Fähigkeiten zu erforschen und zu erlernen. Du kannst sie um ihre Meinung bitte, wie Kunden eine bestimmte Funktion oder einen bestimmten Dienst nutzen könnten. Und du kannst dir einen neuen Blickwinkel auf potentielle Strategien verschaffen. Wenn du eine Führungskraft oder eine andere erfahrene Fachkraft bist, die einen umgekehrten Mentor sucht, mach deutlich, dass du die Perspektive dieser Person schätzt und sie dir anhören wirst, was sie zu sagen hat. Bitte sie nicht um Hilfe bei der Lösung von Problemen, bei denen sie keine Fachkenntnisse haben oder bei denen du ihre Meinung wahrscheinlich ignorieren wirst, aber bitte sie um Beiträge zu Angelegenheiten, die sie betreffen.

7. Der parasoziale Mentor


Lass dich nicht von dem Begriff „parasozial“ abschrecken. In manchen Kontexten, wie z.B. bei Fandoms, kann diese Art von einseitiger Beziehung, bei der ein Zuschauer das Gefühl hat, dass sein Idol direkt zu ihm spricht, schädlich sein. Eine parasoziale Mentorenschaft - bei der der Mentor ein öffentlicher Redner oder Experte ist, der Ratschläge durch engagierte, aber distanzierte Kommunikation weitergibt – kann in einer zunehmend feindseligen und einsamen Welt hilfreich sein.

Vielleicht findest du einen YouTuber, der in einem Vlog über seine Lehrtätigkeit berichtet, oder du suchst einen LinkedIn-Influencer, der regelmäßig über seine Erfahrungen als Manager berichtet. Ein parasozialer kann einem Studenten, der sich gerade für einen Studiengang entschieden hat, aber nicht darüber nachdenkt, wie der Alltag in seinem gewählten Beruf aussehen könnte, einen gesunden und realistischen Einblick geben. Als frischgebackene Anwaltsgehilfin könntest du herausfinden, welche Kleidung du an deinem ersten Tag tragen solltest.

Und es kann dir helfen, dich weniger allein zu fühlen, selbst wenn du niemanden persönlich kennst, aber er das Gleiche durchgemacht hat wie du: Wenn du hörst, wie eine andere Person mit ihrer Entlassung umgeht, kann dies die Isolation durchbrechen und dich daran erinnern, dass deine Probleme nicht so einzigartig oder unmöglich zu lösen sind. Es ist erfrischend, einen Tag im Leben eines anderen Menschen zu erleben.

Aber sei vorsichtig: Wenn Menschen öffentlich über ihre Karriere sprechen, könnte es sein, dass sie nur die Höhepunkte ihres Leben öffentlich präsentieren. Und wenn du nur ein Zuhörer bist, kannst du nicht nachfragen, um differenzierte Ratschläge für deine spezielle Situation zu erhalten oder um ein Empfehlungsschreiben zu erhalten. Diese Mentorenschaft ist eine Einbahnstraße.

Woher weißt du, welche Art von Mentor du suchen solltest?


Die Art des Mentors, die du brauchst, wird sich im Laufe deiner Karriere verändern und weiterentwickeln. Hier sind ein paar kurze Tipps, die dir helfen, herauszufinden, was du jetzt brauchst:

  • Berücksichtige dein Karrierestadium. Stehst du am Anfang deiner Karriere oder hast du dich bereits als Experte auf deinem Gebiet etabliert? Möchtest du mit einem Experten, der Probleme lösen kann oder mit jemandem, der mit dir an der Front steht und den Druck nachvollziehen kann, sprechen?

  • Überlege, wie viel Zeit du investieren kannst (oder willst). Einige Mentorenschaften erfordern wöchentliche Sitzungen und viel Aufwand, um sie zu pflegen, während andere sich vielleicht organischer entwickeln. Denke an ein Gruppen-Mentorenprogramm mit wöchentlichen zweistündigen Sitzungen im Gegensatz zu einem Affinitäts- oder gleichgestellten Mentorenprogramm, bei dem du dich auf einen Kaffee triffst, wenn du dich über etwas austauschen möchtest. Und umgekehrt solltest du dir überlegen, wie viel Unterstützung und Zeit du von deinem Mentor benötigst. Bei einem traditionellen Mentoring mit einer Führungskraft oder einem Abteilungsleiter könntest du feststellen, dass dein Mentor so beschäftigt ist, dass er keine Zeit für regelmäßige Gespräche hat.

  • Versuche herauszufinden, was du im Moment brauchst. Jemanden, der dich tröstet? Jemanden, der dich motiviert? Jemanden, der dir hilft, den nächsten Schritt in deiner Karriere zu machen? Stelle dir das Gespräch vor, das du gerne mit deinem Mentor führen würdest. Wie sieht es aus? Welche Art von Person stellst du dir vor? Wenn du dir in Gedanken ausmalst, wie ein solches Treffen aussehen könnte, wird dir vielleicht klarer, welche Art von Mentor du eigentlich suchst.

Tags: Karriere Tricks + Karriere machen + Karrierebibel + Karrieretipps

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