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Wie du am liebsten mit negativer Kritik umgehen möchtest

Und wie du damit stattdessen umgehen solltest
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Es ist selten angenehm, negatives Feedback zu bekommen und häufig fühlt es sich an, als bekämst du aus dem Nichts (verbal) die volle Breitseite. Ob nun angemessen oder unberechtigt, im ersten Moment neigen wir dazu, eine Verteidigungshaltung anzunehmen. Ob wir uns für die defensive Variante entscheiden und am liebsten davonrennen oder uns in einem Erdloch verstecken wollen, oder ob wir es eher mit dem Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung" halten und das Bedürfnis verspüren, den Kritisierenden unangespitzt in den Boden rammen zu wollen, in den wenigsten Fällen reagieren wir gelassen wie Zen-Meister auf negative Kritik.

Selbst später hängt die Kritik vielfach nach und damit der Wunsch, sich zu rechtfertigen oder dem Kritiker mal richtig die Meinung zu geigen. Doch eine unbedachte, spontane Reaktion von dir kann dich durchaus in Schwierigkeiten bringen: Verstimmte Freunde, ein abgesprungener Kunde oder ein übelgelaunter Chef – meist ist der kurze Augenblick, in dem du Genugtuung verspürst, nachdem du dir Luft gemacht hast, den Rattenschwanz an Konsequenzen nicht wert.

Bevor du einem Kunden oder deinem Chef also eine sarkastische E-Mail schreibst, in der du ihm den Inkompetenz-Award verleihst, nimm dir lieber unsere Tipps zu Herzen:

Was dir auf der Zunge liegt: "Sind Sie verrückt?"

Was für eine absurde Sichtweise, es gibt also nur eine Erklärung: Die andere Person muss verrückt sein. Oder blöd. Vielleicht auch beides. So einen Nonsens hast du noch nie gehört und du hast das starke Bedürfnis, deinem Gegenüber die Kritik mit einem saftigen Schmetterball um die Ohren zu hauen. Doch nur, weil dir die Kritik abwegig und unfundiert vorkommt, bedeutet das nicht, dass sie das auch ist. Vielleicht siehst du auch einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Was du anstelle sagst: "Ich kann dem Gedankengang noch nicht ganz folgen. Können Sie mir ein Beispiel nennen?"

Es ist nicht schlimm, wenn du Probleme hast, den konstruktiven Funken in einer Kritik zu sehen. Vielleicht bleibt er aus bestimmten Gründen verborgen. Wir haben alle unterschiedliche Sichtweisen und manchmal braucht es eine Erläuterung des Denkprozesses, um eine andere Sichtweise nachvollziehen zu können oder mögliche Missverständnisse auszuschließen. Schluck deinen ersten Ärger herunter und steh der Möglichkeit offen gegenüber, eventuell einen Fehler gemacht zu haben. Deine Nachfrage ist auch vom Vorteil, wenn du merkst, dass dein erster Gedanke richtig war und es der Kritik an einem Fundament mangelt: Nun kannst du souverän an den genannten Kritikpunkten ansetzen und diese mit deinen eigenen Argumenten entkräften.

Was dir auf der Zunge liegt: "Warum haben Sie das nicht schon viel früher gesagt?"

Manchmal, so scheint es, wirst du erst dann auf Fehler oder Unstimmigkeiten hingewiesen, wenn es (fast) zu spät ist. Ewigkeiten hat es gedauert, dein Projekt fertigzustellen, doch jetzt kannst du es in die Tonne kloppen, weil dir bereits im ersten Schritt ein Schnitzer unterlaufen ist, der deine ganze Arbeit unbrauchbar macht. Verdammt, warum sagt man dir das denn erst jetzt? Sicherlich, es wäre fabulös, wenn ein Fehler sofort thematisiert wird, sobald er auftritt. Aber hin und wieder gibt es Gründe, warum das nicht geschieht. So wie du ihn übersehen konntest, kann er auch den anderen entgehen, bis er in letzter Sekunde doch noch auffällt. Und nicht immer können deine Kollegen oder Kunden alles sofort stehen lassen, um dich vom Fehler wissen zu lassen.

Ebenso könnte es an der Haltung liegen, die du vermittelst: Lässt du alle wissen, dass du um keinen Preis in deinem Arbeitsprozess gestört werden willst? Schließt du dich gar mehrere Stunden auf dem Klo ein und kommst erst mit gutem Zureden wieder raus, sobald jemand nur die leiseste Kritik dir gegenüber übt? Vielleicht zögern andere Leute den Moment deswegen so lange hinaus, wie es nur geht. Oder du vermittelst, dass Fehler zwar nicht schön sind, aber ihre Ausmerzung auch keine hohe Priorität hat und auch erst morgen, übermorgen, in einem Jahr oder irgendwann angegangen werden kann. Dann messen auch andere Fehlern nicht mehr so eine große Bedeutung zu.

Was du anstelle sagst: "Es wäre großartig, wenn ich das Feedback eher erhalten hätte. Gibt es vielleicht etwas, was mich konstruktiver Kritik gegenüber unzugänglich wirken lässt?"

Ein beliebter Satz von Erwachsenen, um ihren Kindern die Angst vor z.B. einem Hund zu nehmen, ist meist: "Der hat mehr Angst vor dir, als du vor ihm." Auch wenn der Wahrheitsgehalt dieses Satzes nicht hundertprozentig erwiesen ist – bei manchen Hunden ist es schwer vorstellbar, dass sie Angst vor einem kleinen Kind haben könnten –, schadet es nicht, ihn dir im Berufsleben noch einmal in Erinnerung zu rufen. Es mag unangenehm sein, Kritik einstecken zu müssen, aber häufig ist es noch schwerer, Kritik zu äußern. Es wäre ärgerlich, wenn du anderen durch deine Körpersprache, deine Angewohnheiten oder vielleicht deiner Arbeitsweise es noch schwieriger machst, ihre Kritik vorzubringen. Finde also heraus, ob du selbst dazu beitragen kannst, ein besseres Klima für Feedback zu schaffen. Das hilft nicht bloß den anderen, sondern auch dir.

Was dir auf der Zunge liegt: "Kommt nie wieder vor."

Es scheint naheliegend zu sein: Du hast einen Fehler gemacht und möchtest so zeigen, dass du das Feedback schätzt, das dir den Fehler aufgezeigt hat. Das ist zwar vorbildlich, allerdings versprichst du etwas, was du womöglich nicht halten kannst, denn kein Mensch ist perfekt. Es ist nicht auszuschließen, dass du nicht wieder einen – oder den gleichen – Fehler machst. Alles, was du tust, ist, eine unrealistische Erwartungshaltung zu schüren.

Was du anstelle sagst: "Das ist mein Plan, um so etwas in Zukunft zu verhindern"

Du siehst einen Fehler nicht bloß ein, du machst dir auch Gedanken darüber, wie du diesen in der Zukunft verhindern kannst. Du kannst zwar, wie gesagt, nicht ausschließen, ihn ein zweites Mal zu begehen, aber du setzt alle Hebel in Bewegung, die Wahrscheinlichkeit, ihn zu wiederholen, so gering wie möglich zu halten.


Negatives Feedback wird nie das gleiche Gefühl in dir auslösen wie ein großer Eisbecher an einem lauschigen Sommerwochenende. Deine Reaktion auf Kritik gibt jedoch die Richtung vor, in die du dich bewegen wirst. Hast du an ihr lange zu knabbern und scheust dich davor, dich mit ihr auseinanderzusetzen oder nimmst du sie als Erfahrung, aus der du nur lernen und dich weiterentwickeln kannst?

Tags: Erfolg + Karriere machen + Karriere + Arbeitsplatz + Traumjob

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