
Du überlegst, wie du deine berufliche Zukunft gestalten willst und spielst mit dem Gedanken, dich selbstständig zu machen? Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ermöglicht es dir, eigene Projekte zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Art, wie du Projekte organisierst, hängt allerdings stark davon ab, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist. Dabei beeinflusst deine Wahl auch, welche Aufgaben du selbst regelst, welche Steuern du zahlst und wie viel Organisation und Buchführung nötig ist.
Wie Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit sich voneinander
Selbstständig zu arbeiten bedeutet, dass du deinen Alltag weitestgehend selbst bestimmst. Du entscheidest zum Beispiel, welche Projekte du annimmst und welche Methoden dir helfen, sie umzusetzen. Freiberufliche Tätigkeiten konzentrieren sich typischerweise auf spezialisierte Dienstleistungen und haben dabei einen etwas schlankeren organisatorischen Rahmen. Eine gewerbliche Selbstständigkeit verlangt zusätzlich, dass du dich um behördliche Formalitäten kümmerst und Abläufe strukturierst, die für das tägliche Geschäft wichtig sind.
Bei einer freiberuflichen Tätigkeit konzentrierst du dich meist auf dein Fachgebiet, wie Beratung, Design oder andere kreative und beratende Leistungen. Du arbeitest größtenteils direkt mit einzelnen Auftraggebern zusammen und bist weitgehend von Gewerbesteuern befreit. Die Abläufe bleiben überschaubar und üblicherweise benötigst du keine zusätzlichen Strukturen wie eine eigene Buchhaltung für Mitarbeiter oder die Inventarverwaltung.
Die gewerbliche Selbstständigkeit hingegen umfasst häufig den Verkauf von Produkten oder standardisierten Services. Hier ist es üblich, dass mehrere Kunden gleichzeitig betreut werden und gegebenenfalls Mitarbeiter beteiligt sind. Die Anmeldung beim Gewerbeamt ist darum Pflicht und zusätzlich kommen Aufgaben wie die Buchführung nach Handels- oder Steuerrecht sowie gegebenenfalls einzuholende Genehmigungen hinzu. Dein Tagesablauf wird dadurch stärker von organisatorischen Anforderungen geprägt und du solltest frühzeitig Prozesse einführen, die das Projektmanagement und die Verwaltung erleichtern.
Finanzielle Grundlagen verstehen
Als Selbstständiger trägst du die Verantwortung für all deine Einnahmen und Ausgaben. Dabei solltest du stets auch deine steuerliche Situation berücksichtigen, um Nachzahlungen und Mehrbelastungen durch Strafzahlungen zu vermeiden. Einkommensteuer fällt in beiden Unternehmensvarianten an, bei gewerblichen Selbstständigen kommt außerdem die Gewerbesteuer hinzu. Sozialversicherungsbeiträge für Kranken- und Rentenversicherung sind ebenfalls einzuplanen.
Weiterhin ist es sinnvoll, deine finanziellen Mittel laufend zu überwachen, auch im Hinblick auf eventuelle Investitionen. Offene Rechnungen solltest du also zeitnah prüfen und Zahlungsziele festlegen, um Engpässe zu vermeiden. Wenn du Mitarbeiter beschäftigst, kommen Lohnabrechnungen und gegebenenfalls Beiträge zur Berufsgenossenschaft hinzu.
Obendrein ist es sinnvoll, die Liquidität gezielt zu steuern. Regelmäßige Einnahmen lassen sich nämlich nicht automatisch vorausplanen, weshalb es hilft, Rücklagen für ruhigere Monate anzulegen. Eine saubere Kalkulation ermöglicht es zudem, Rechnungen rechtzeitig zu stellen und Zahlungen zu kontrollieren. Fördermöglichkeiten, Kredite oder flexible Finanzierungslösungen federn Engpässe ebenfalls ab, ersetzen jedoch keine umfassende Finanzplanung.
Die eigene Rechtsform gezielt auswählen
Als Einzelunternehmer oder Freiberufler startest du meist sofort, ohne eine zusätzliche Gesellschaft zu gründen. Du haftest also mit deinem persönlichen Vermögen, behältst aber alle Entscheidungen bei dir und hast weniger bürokratischen Aufwand.
Bei größeren Projekten oder wenn du Mitarbeiter einbindest, erleichtert eine GmbH oder UG die Organisation und begrenzt deine Haftung. Die Gesellschaft schützt somit dein persönliches Vermögen und schafft Strukturen, die für wachsende Projekte notwendig sind. Zusätzlich kümmerst du dich jedoch um Gesellschaftsverträge und jährliche Berichte, was den organisatorischen Rahmen erweitert.
Die Entscheidung für ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit hängt also stark davon ab, wie groß dein Geschäft sein soll und wie viele Partner beteiligt sind.
Risiken absichern
Bei deiner Arbeit solltest du Risiken erkennen und absichern, damit Projekte zuverlässig umgesetzt werden. Versicherungen helfen dabei, finanzielle Folgen von unerwarteten Ereignissen abzufedern. Eine Berufshaftpflicht schützt zum Beispiel vor Schadensersatzforderungen, die durch deine Arbeit entstehen und die Kranken- und Rentenversicherung stellt deine Grundversorgung sicher. Wenn du Mitarbeiter anstellst, solltest du außerdem Unfall- und Sachversicherungen prüfen, damit dein Team im Ernstfall abgesichert ist und dein Unternehmen weiterarbeitet. Auch Betriebsausfall-, Rechtsschutz- oder Geräteschutzversicherungen sind mitunter sinnvoll, je nachdem, wie deine Projekte strukturiert sind und welche Risiken potenziell auftreten.
Überdies empfiehlt es sich, klare Regelungen zu Verträgen und Zahlungsbedingungen festzulegen. So minimierst du schließlich Unsicherheiten und stellst sicher, dass Projekte auch bei unvorhergesehenen Problemen umgesetzt werden.
Organisation und Routine
Die Selbstständigkeit erfordert Struktur und Disziplin. Nutze deshalb Kalender und Aufgabenlisten, um den Überblick zu behalten. Überprüfe außerdem regelmäßig deine Abläufe und halte Fristen ein, um finanzielle und rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden. Für all diese Punkte sind digitale Tools praktische Helfer. Mit einer klaren Organisation konzentrierst du dich stärker auf die Arbeit am Kundenprojekt und arbeitest letztlich effizienter.
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