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Den Stolz überwinden

Fünf gute Gründe, nach einer Absage um ein Feedback zu bitten
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Die Stellenausschreibung passte super, deine gute Bewerbung reichte für die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und dann das: Absage. Immer erst einmal unangenehm – auch dann, wenn man sich vielleicht selbst anders entschieden hätte. Ich persönlich mache folgendes: Ich verschiebe erst einmal die E-Mail der Schande in den Papierkorb. Punkt. Nach Feedback fragen: Bitte nicht. Das ist ja so, als würde man nach einem erhaltenen Korb fragen: „Und woran lag’s?“. Auf gar keinen Fall. Wie peinlich! Will ich doch gar nicht hören, dass man sich um-verliebt hat, dass „es gerade einfach nicht so passt“ oder – im Falle eines abgelehnten Jobinterviews – die Qualifikationen nicht gereicht haben. Feedback – schon das Wort gefällt mir nicht und die Tatsache, dass eben dieses nicht impliziert, dass das Gesagte positiv ausfallen muss, umso mehr. Ich war in meinem Studentenleben nicht ein einziges Mal bei der Klausureinsicht und die Minuten des Feedback-Gesprächs meiner Abschlussarbeit waren die mitunter nervenaufreibendsten meines Lebens. Obwohl ich die Note ja schon kannte.
Na klar wissen wir beiden doch insgeheim, dass Feedback hilfreich ist, ganz besonders dann, wenn es negativ ausfällt. Wenn es Kleinigkeiten sind, die dir aber ohne Rückmeldung immer wieder passieren würden (… wie oft im Leben hat man schließlich schon gedacht: „Das hätte mir ja nur mal jemand sagen müssen!“). Oder wenn es vielleicht gar keine Kritik ist – sie sich einfach nur für eine Kreuzung zwischen Thomas Mann, Albert Einstein und Marie Curie entschieden haben (… wer kann da schon nein sagen?). Die Gründe können doch mannigfaltig sein. Sie zu erfahren, kann dich nur weiterbringen, oder nicht? Voller Tatendrang schreibe ich dir nun also einen kleinen Vorschlag nieder, in der Hoffnung, dass ich ihn mir vielleicht auch selbst einmal zu Herzen nehme:

[Ansprache nach eigenem Ermessen – Wenn im Vorstellungsgespräch schon das „Du“ fiel, ist hier sicherlich kein „Sehr geehrte/r“ mehr nötig!],
haben Sie vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Gerne möchte ich mich noch einmal für das freundliche Gespräch sowie die Möglichkeit, Sie und das Unternehmen kennen zu lernen, bedanken.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen nach einem Feedback zu erkundigen. Ich bin immer auf der Suche nach Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln und zu verbessern, sodass ich mich über Ihre Einschätzung sehr freuen würde.
Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]


… Überzeugt? Fantastisch! Noch immer skeptisch? Hier entlang:

1. Du erhältst Tipps, die dir in deiner momentanen Situation durchaus nützlich sein können.

„Im Ernst, dafür schreibst du’n Artikel? Das ist doch offensichtlich!“, wirst du nun rufen. Ja, das weiß ich, und es ist dennoch so wichtig, dass ich mit dieser Offensichtlichkeit beginnen möchte, bitte entschuldige:
Im Moment der Absage findest du dich (wahrscheinlich) an dem Punkt wieder, an dem du schon vor dem Gespräch warst. Einige Tage älter wohl, und vielleicht mit einem etwas eingedämpften Selbstbewusstsein. Aber wenn ich das richtig sehe, bist du ja nun wieder auf Jobsuche, musst wieder Anschreiben verfassen und – wenn denn alles läuft, wie erhofft – dich in Vorstellungsgesprächen von deiner sprichwörtlichen Schokoladenseite präsentieren. Und genau dabei kann dir das Feedback helfen! Auch wenn es eine tatsächliche Kritik an deinem Auftreten sein sollte, wird dir das Feedback helfen, daran arbeiten zu können. Was auch immer der Grund für eine automatisch generierte Absage per E-Mail war, meinst du nicht, du solltest ihn kennen?

2. Du lernst etwas Neues über dich selbst.

Vielleicht war der Grund für die Absage eine Angewohnheit, die du dir niemals zugeordnet hättest. Jetzt wirst du vielleicht denken, „ich kenne mich ja wohl selbst sehr gut!“, aber auch mit sich selbst entwickelt man so manches Mal eine Art Betriebsblindheit. Glaubst du nicht? Ich kenne jemanden, der, als ich ihn kennenlernte, ständig das Wort „quasi“ nutzte – manchmal mehrfach in einem Satz und häufig auch an Stellen, wo das Wort so gar nicht zu passen schien. Als ich ihn darauf ansprach, erwiderte er, dass es ihm noch nie aufgefallen sei. Danach achtete er gezielt darauf und gewöhnte es sich nach und nach ab. Nun benutzt er das Wort gar nicht mehr. Noch nicht einmal in den Momenten, in denen ein „quasi“ ganz gut passen könnte.
Der Personaler, der dir im Anschluss an das Gespräch ein Feedback geben wird, kennt dich nicht – und das ist für dich von entscheidender Größe. Dein Freund oder deine Freundin, deine Eltern oder Geschwister kennen dich, sehen vielleicht selbst mittlerweile über deine kleinen Macken hinweg oder wollen dich nicht verletzen. Von jemandem, den man nicht kennt und den man wahrscheinlich auch nicht wieder sehen wird, kann man häufig eine Ehrlichkeit erwarten, die einem im weiteren Verlauf des Tages, der Jobsuche oder des Lebens (je nach Gehalt) weiterhelfen wird: Er oder sie hat nichts zu verlieren.

3. Du zeigst dich lernbereit.

Ein Satz der gerne einmal in der einen oder anderen Stellenausschreibung fällt, ist: „Sie sind bereit konstruktive Kritik zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Ob du den Job nun bekommen hast, oder nicht: Dies ist der Moment, in dem du beweisen kannst, dass du dich selbst optimieren, du lernen, wachsen und dich entwickeln möchtest. So beeindruckst du jeden Personaler.

4. Du bleibst im Gedächtnis.

Nehmen wir an, du wärst tatsächlich in der näheren Auswahl gewesen, irgendwo nicht weit hinter der Kreuzung zwischen Thomas Mann, Albert Einstein und Marie Curie, und nun ergibt sich eine weitere Stelle. Was meinst du, mit wem sie diese Stelle besetzen würden? Wahrscheinlich eher nicht mit denen, die entweder gar nicht auf die Absage reagiert haben oder jenen, deren Rückmeldung gar gemein war. Nun kommst du wieder ins Spiel: Nicht nur hast du dich mit deiner freundlichen E-Mail für das Gespräch bedankt, sondern durch deine Frage nach einem Feedback bewiesen, dass du einige wichtige Schlüsselkompetenzen besitzt, unter anderem Kritikfähigkeit, Mut und den Willen dich zu verbessern. Was denkst du, wie deine Chancen nun stehen?

5. Du weißt, dass du dein Bestes gegeben hast.

Klar, kann sein, dass du deinen Mut zusammennimmst, nach einem Feedback fragst, nervös auf eine Antwort wartest und dann… niemals wieder etwas von dem Unternehmen hörst. Vielleicht bekommst du auch ein Feedback und das ist überhaupt nicht hilfreich. Beides ist möglich. Doch du hast alles gegeben und das ist die Hauptsache. Du hast deinen Mut zusammengenommen, bist über deinen Schatten gesprungen und weißt fürs nächste Mal, dass es so schlimm gar nicht ist.

Ich will es nicht verleugnen: Es ist sehr, sehr unangenehm abgewiesen zu werden. Auch noch nach den Gründen zu fragen ebenso. Doch die Benefits, die du daraus tragen kannst, sind nicht von der Hand zu weisen. Du hast nicht nur die Chance, dich selbst weiterzuentwickeln, sondern auch deine Jobsuche zu optimieren. Also: Stolz runterschlucken, Text eintippen, absenden und abwarten! Ich drücke dir die Daumen!

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Tags: Erfolg + Traumjob + Jobsuche + Vorstellungsgespräch

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