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Wie du Praktika in deinem Lebenslauf aufführen solltest

(und wann und warum)
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Beim Schreiben oder Aktualisieren deines Lebenslaufs stellen sich hundert verschiedene Fragen. Solltest du dieses, jenes oder das andere hervorheben, was du bisher gemacht hast? Wie sollst du dich selbst, deine Ausbildung und deine Erfahrungen beschreiben?

Und wenn es darum geht, Praktika in deinem Lebenslauf aufzuführen, wirst du sicher viele spezifische Fragen haben. Zum Beispiel:



  • Solltest du deine Praktika überhaupt alle aufführen?
  • Wo solltest du sie aufführen?
  • Wie detailliert solltest du auf die einzelnen Praktika eingehen?
  • Wie lange solltest du diese Praktika in deinem Lebenslauf aufführen?
  • Was ist, wenn du ein sehr tolles Praktikum hattest, aber dieses schon sehr lange zurückliegt?
Dein Lebenslauf ist das, was dich deinem Traumjob einen Schritt näher bringt. Und eine solide Praktikumserfahrung in deinem Lebenslauf kann oft den Unterschied ausmachen, ob du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst – vor allem, wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst. Diese Fragen sind also wichtig.

Aber du musst dich nicht mit ihnen herumplagen oder dich von ihnen stressen lassen, denn wir haben hier die Antworten darauf, warum, wann und wie du Praktika in deinem Lebenslauf aufführen solltest.

Warum solltest du Praktika im Lebenslauf aufführen?


Kurz gesagt: Du solltest Praktika in deinen Lebenslauf aufnehmen, weil sie Teil deiner Berufserfahrung sind. Und vor allem, wenn du nicht auf eine ganze Reihe von Vollzeitstellen zurückgreifen kannst, ist ein Praktikum eine Gelegenheit, einem künftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass du in einem professionellen Umfeld gearbeitet hast. Es signalisiert, dass du Soft- und Hard Skills erworben hast und mit der Arbeitswelt vertraut bist.

Die Leute suchen nach Praktikumsplätze, um später einen Job zu finden, sei es in derselben oder einer anderen Organisation. Warum sollte man das also nicht auf dem ersten Dokument, das ein Arbeitgeber zu sehen bekommt, zeigen?
Personalvermittler und Personalverantwortliche wissen, dass Bewerber auf der Einstiegsebene nicht viel Erfahrung haben. Sie suchen nach Potenzial. Und Praktika können ein hervorragender Gradmesser für das berufliche Potenzial sein, da sie der Art der Arbeit und dem Umfeld eines Vollzeitjobs ähnlicher sind als deine Studienarbeiten oder Hobbys.

Obwohl die Angabe von Praktika für Studenten, Hochschulabsolventen und andere Berufsanfänger am wichtigsten ist, kann sie auch für eine spätere Bewerbung von Bedeutung sein, z. B. wenn du den Beruf wechselst oder dich wieder einem früheren Interesse zuwenden möchtest.

Wann solltest du Praktika in deinem Lebenslauf erwähnen?


Es gibt keine feste Regel, wann du ein Praktikum in deinem Lebenslauf aufnehmen solltest. Aber hier sind einige Fragen, die du dir stellen solltest, um herauszufinden, welche Praktika du aufführst:

Wie aktuell ist das Praktikum?

Wenn du Student oder Hochschulabsolvent bist, willst (und musst) du wahrscheinlich deine jüngsten Praktikumsstellen in deinem Lebenslauf angeben und du wirst sie wahrscheinlich mindestens die nächsten paar Jahre lang in deinem Lebenslauf beibehalten, wenn du deine beruflich Laufbahn einschlägst.
Das Gleiche gilt, wenn du nicht frisch von der Schule kommst, sondern vor kurzem ein Praktikum oder einen Kurs absolviert hast, um eine bestimmte Fähigkeit zu verbessern oder als ersten Schritt für eine berufliche Neuorientierung.

Eine allgemeine Faustregel lautet: Je weiter du vorankommst, desto weniger relevant sind deine Erfahrungen, die weiter zurückliegen. Die Dinge, die du heute machst, haben mehr Gewicht.

Wie viel andere Berufserfahrung hast du?

Diese Frage ähnelt der obigen, ist aber nicht identisch. Je mehr Berufserfahrungen du nach deinem Praktikum gesammelt hast und je mehr Einträge in deinem Lebenslauf zu finden sind, desto weniger Platz hast du für Praktika.

Die Anzahl der Tätigkeiten, die du ausgeübt hast, wird jedoch variieren. Nehmen wir an, du hast dein Studium vor sechs Jahre beendet und seitdem in drei verschiedenen Unternehmen Vollzeit gearbeitet. Dann solltest du diese drei Vollzeittätigkeiten ausführlich erwähnen und weniger (oder gar keinen) Platz für deine Praktika lassen. Nehmen wir jedoch an, du arbeitest seit sechs Jahren Vollzeit, warst aber die ganze Zeit über in demselben Unternehmen und in derselben Position tätig. In diesem Fall hast du wahrscheinlich mehr Platz in deinem Lebenslauf, um einige oder alle deine Praktika aufzuführen.


Wie relevant ist das Praktikum für deinen nächsten Schritt?

Du solltest deinen Lebenslauf immer auf die Stelle, das Unternehmen und die Branche abstimmen, für die du dich bewirbst. Also mach es auch, wenn du dich entscheidest, welche Praktika du aufnehmen willst.

Wenn du z.B. Praktika in den Bereichen Social Media und E-Mail-Marketing absolviert hast, dich aber in Zukunft nur auf Social Media konzentrieren möchtest, solltest du diese Erfahrung vorrangig aufnehmen. Oder wenn du einige Praktika im Bereich Marketing absolviert hast, dann aber ins operative Geschäft gewechselt bist und nun versuchst, wieder ins Marketing zurückzukehren, sind diese alten Praktika relevanter, als wenn du in deinem bisherigen Bereich geblieben wärst.

Kurz gesagt: Jeder kann zu jedem Zeitpunkt seines Lebens ein Praktikum auflisten, vor allem, wenn es für den nächsten Schritt oder das nächste Karriereziel relevant ist.

Wie prestigeträchtig ist das Praktikumsprogramm oder die Organisation?

Es gibt einige Unternehmen, deren Prestige es wert ist, erwähnt zu werden, selbst wenn dein Praktikum ein wenig weiter zurückliegt, als du es sonst in deinem Lebenslauf angeben würdest. Wenn du z. B. ein sehr begehrtes Praktikum bei SAP oder Volkswagen absolviert hast oder was auch immer das entsprechende "Wow"-Programm in deiner Branche ist, könnte es sich lohnen, es zu erwähnen.

Wenn du versuchst, den Sprung zu einem größeren, angesehenen oder nationalen bzw. internationalen Unternehmen zu schaffen, könnte es besonders hilfreich sein, zu zeigen, dass du bereits bei einer ähnlichen Organisation ein Praktikum absolviert hast.

Ist bei dem Praktikum etwas schief gelaufen?

Hoffentlich ist das für dich kein Problem. Aber in den seltenen Fall, dass es während deines Praktikums eine extrem schwierige Situation oder sogar ein rechtliches Problem gab, kannst du dich entscheiden, es wegzulassen. Du willst nicht riskieren, dass der Personalverantwortliche oder der Personalchef sich an jemanden wendet und nur Negatives über dich hört.

Bist du durch ein Praktikum potenziellen Vorurteilen ausgesetzt?

Wenn du z.B. bei einer Organisation mit einer bestimmten politischen Ausrichtung gearbeitet oder ein Praktikum bei einer brisanten Interessengruppe absolviert hast und befürchtest, dass ein potenzieller Arbeitgeber dich ungerecht beurteilen könnte, solltest du dieses bestimmte Praktikum nicht in deinen Lebenslauf aufnehmen.

Das bleibt natürlich dir selbst überlassen. Auch wenn du vielleicht gar nicht bei einem Unternehmen arbeiten möchtest, bei dem dies einen Personalverantwortlichen stutzig machen würde, hat nicht jeder die finanzielle Freiheit, in seinen Bewerbungsunterlagen offen und unverblümt zu sein.

Wie solltest du Praktika in deinem Lebenslauf aufführen?


Okay, du hast eine ziemlich gute Vorstellung davon, welche Praktika du in deinem Lebenslauf aufführen möchtest. Aber wo soll man sie unterbringen? Und was sagst du eigentlich über dein Praktikum?


Im Allgemeinen solltest du deine Praktika wie jede andere Berufserfahrung behandeln, d.h. du solltest sie unter dem Abschnitt „Berufserfahrung“ aufführen und sie dort einfügen, wo sie chronologisch hingehören.

Auch das Format sollte dasselbe sein. Gib in der ersten Zeile an:

  • Titel: Versuch, über „Praktikant“ hinauszugehen und hier genau zu sein. War es ein „Grafikdesign-Praktikum“ oder ein „Business Development-Praktikum"? Wenn dein Titel nicht ausdrücklich das Wort "Praktikant" enthält, kannst du es in Klammern setzen.
  • Unternehmen
  • Ort: Schreibe [Stadt, Bundesland], z.B. „Hannover, Niedersachen“.
  • Daten: Wann hat dein Praktikum stattgefunden? Du kannst [Monat-Monat, Jahr] oder [Saisonjahr] angeben, z. B. "Juni-August 2019" oder "Sommer 2019".
Darunter solltest du eine Beschreibung einfügen, am besten in Form von Aufzählungspunkten - wie bei jeder anderen Arbeitserfahrung auch. Beginn mit einem Aktionsverb, das für die Branche relevant ist, versuch, Zahlen sowie Errungenschaften und Leistungen zu nennen und füge, wenn möglich, Schlüsselwörter aus der Stellenbeschreibung für die Stelle ein, auf die du dich bewirbst. Konzentriere dich auf deine wichtigsten Projekte und Aufgaben und nicht auf die Arbeit, die du vielleicht erledigt hast. Sprich also eher über den detaillierten Veranstaltungsplan, den du erstellt, als über die Fotokopien, die du gemacht hast.

Du willst dem Arbeitgeber zeigen, was du für sie machen kannst. Denk nicht nur an die Aufgaben oder Verantwortlichkeiten, die du hattest, sondern geh darüber hinaus und beschreibe ganz konkret, was du erreicht und geleistet hast und welche Fähigkeiten du entwickeln konntest.

Aber keine Panik, wenn dir keine großen Leistungen einfallen. Bei Praktika wirst du wahrscheinlich nicht viele Erfolge vorweisen können. Zeig dein Potenzial und was du gelernt hast. Mit welchen Funktionen des Unternehmens hattest du zu tun?

Beispiele für Praktika in einem Lebenslauf


Ein Praktikumseintrag unter Berufserfahrung könnte wie eines dieser Beispiele aussehen:

Praktikant im Bereich Videobearbeitung, ABC Productions; Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
Mai-August 2017
  • Bearbeitung der Roh- und Feinschnitte von 18 einminütigen Videos
  • Erstellung einer einfach zu navigierenden Bibliothek mit Videografiken und Vorlagen
  • Enge Zusammenarbeit mit den Video- und Marketingteams bei täglichen Aufgaben und langfristiger Planung
XYZ Website, Köln, Nordrhein-Westfalen - Webdesign-Praktikant
Sommer 2018
  • Unterstützung der leitenden Designer bei der Entwicklung neuer Webseiten für vier verschiedene Marken mit HTML, CSS und JavaScript
  • Aktualisierung bestehender Websites zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit

Würdest du Praktika auch anderswo im Lebenslauf aufführen?


Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, wie du Praktika in deinen Lebenslauf einbauen kannst, wenn du bereits über eine Vielzahl anderer Erfahrungen verfügst:

  • Gib in deinem Abschnitt über die Berufserfahrung nur den Titel, das Unternehmen, den Ort und die Daten an – ohne weitere Details.
  • Füge am Ende des Abschnitts „Berufserfahrung“ eine Fußnote hinzu, etwas in der Art: „Frühere Erfahrungen umfassen Design-Praktika bei [Unternehmen A] und [Unternehmen B]".
  • Wenn du bereits lange im Berufsleben stehst, kannst du ältere, aber wichtige Praktika in einem Abschnitt über Führungsqualitäten oder bedeutende Leistungen weiter unten auf der Seite oder unter dem Bereich „Ausbildung“ integrieren, wenn du das Praktika während dieser Zeit absolviert hast.

Was ist, wenn du ein Praktikant warst und dann eingestellt wurdest?


Wenn du gute Arbeit geleistet hast und das Glück hattest, bei der Organisation eingestellt zu werden, bei der du ein Praktikum absolviert hast, gibt es mehrere Möglichkeiten, sowohl dein Praktikum als auch deine anschließenden Rollen dort zu erwähnen:

  • Erstelle zwei getrennte Einträge. Das ist eine gute Wahl, wenn du nicht viele Stellen auflisten kannst oder wenn die beiden Erfahrungen nicht aufeinander folgen.
  • Führe sie auf, als wären es zwei Funktionen in einem Unternehmen, mit zwei Untereinträgen unter dem Unternehmensnamen.
  • Führe die Vollzeitstelle auf und erwähne in einem Aufzählungspunkt: „Vom Praktikanten in der Softwareentwicklung zur Vollzeitstelle befördert" oder "Ursprünglich als Praktikant zur Unterstützung der Entwicklungsabteilung eingestellt, dann zum Assistenten für Mitgliedschaften befördert".


Tags: Arbeit + Arbeitsplatz + CareerGuide24 + Homeoffice + Karrieretipps + Tricks

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