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Was tun, wenn dein Jobangebot widerrufen wird

(ja, das kann passieren!)
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Du bist ein erfahrener IT-Experte und fühlst dich großartig. Du hast dich gerade bei einem großen Technologieunternehmen für eine Stelle als technischer Programmmanager beworben, die unglaublich gut zu deinen Fähigkeiten und Erfahrungen passt. Das Vorstellungsgespräch und das anschließende Feedback sind sehr gut, sodass die Personalvermittlerin deine Referenzen prüft und dir ein mündliches Angebot macht. Du bist mehr als begeistert und beginnst, dich auf dieses nächste Karrierekapitel vorzubereiten.

Während du auf das schriftliche Angebot wartest, bekommst du eine andere Nachricht. Es gibt weitere Bewerber, die sich um die Stelle beworben haben und du musst du dich noch ein wenig gedulden.


Dies erscheint dir natürlich ungewöhnlich – schließlich wurde dir der Job ja schon angeboten -, aber du bist weiterhin zuversichtlich, dass es sich eher um eine Formalität handelt. Tage später nimmst du an einem Zoom-Gespräch mit dem technischen Entscheidungsträger, dem leitenden Programmmanager und der Personalvermittlerin teil, die dir das formelle Angebot vorbereitete und die dir unmittelbar nach diesem zusätzlichen Gespräch sagt, dass du dich großartig geschlagen hast. Keine Bange. Alles ist noch auf Kurs.

Einen Tag später ruft die Personalvermittlerin erneut an. Einer der Interviewer hatte das Gefühl, du wärst einigen Fragen ausgewichen. Das Jobangebot wurde zurückgezogen.

Können Unternehmen das wirklich machen?

Kurze Antwort? Ja. Ein Stellenangebot kann aus vielen Gründen zurückgezogen werden – die meisten davon sind völlig legal, auch wenn sie selten nachvollziehbar sind.

Wann wird ein Stellenangebot zurückgenommen?


Hier sind einige der häufigsten Gründe, warum ein Jobangebot widerrufen wird:

  • Du bestehst den Background Check nicht. Dies ist ein sehr offensichtlicher und verdienter Grund. Wenn ein Arbeitgeber feste Grundvoraussetzungen für eine Beschäftigung hat und du diese nicht erfüllst (z.B. fehlt dir die erforderliche Ausbildung oder Lizenz, du bist vorbestraft usw.), wirst du sehr wahrscheinlich die Stelle nicht antreten – auch wenn dir bereits ein mündliches oder schriftliches Angebot vorliegt.

  • Du antwortest nicht innerhalb der Frist. In einer perfekten Welt wird dein zukünftiger Arbeitgeber zumindest etwas Geduld beweisen, wenn du über ein Stellenangebot nachdenkst und darauf reagierst. Du solltest jedoch darauf achten, dass du die Anweisungen zum „Bitte geben Sie uns bis zum xxx eine Rückmeldung“ im Angebotsschreiben, in der E-Mail oder im Gespräch nicht einfach ignorierst. Wenn du die angeforderte oder erwartete Entscheidungsfrist nicht einhältst, riskierst du möglicherweise, das Angebot zu verlieren.

  • Du begehst einen großen Fauxpas. Schlechte Witze und Seitenhiebe gegen die neuen Kollegen sind nicht angebracht. Vielmehr muss man dazu nicht sagen oder?

  • Das Unternehmen (oder die Wirtschaft) erlebt einen unerwarteten Rückschlag. Unglücklicherweise können wirtschaftliche Unsicherheiten, schnelle Marktveränderungen, stornierte Projekte, Unternehmensreorganisationen oder der Verlust eines Schlüsselkunden auch dazu führen, dass ein Angebot widerrufen wird, wenn sich Budgets und Strategien ändern.

  • Unter den Entscheidungsträgern herrscht Chaos oder Meinungsverschiedenheit. Chaos oder Meinungsverschiedenheiten unter Entscheidungsträgern können zu frustrierenden Ergebnissen führen. Wenn sie sich nicht einig werden, kann es auch schon mal vorkommen, das Angebote zurückgezogen werden.

Kann ich etwas tun, um zu verhindern, dass ein Angebot zurückgezogen wird?


Es gibt viele Faktoren im Zusammenhang mit Stellenangeboten, die einfach nicht in deiner Hand liegen – wie Marktabschwünge, Unternehmensumstrukturierungen und Einstellungsstopps.


Aber du kannst zum Beispiel negative Dinge aus deinem Background vorwegnehmen. Du weißt schon, welcher Punkt definitiv angesprochen werden wird? Wenn ja, ist es ratsam, mit diesen Informationen während des Bewerbungsgespräches in die Offensive zu gehen – und auf keinen Fall zu lügen! Ebenso hast du die Kontrolle über dein „Post-Offer, Pre-Employment“-Verhalten. Achte immer darauf, nichts zu tun oder zu sagen, was andere beleidigen oder anderweitig ein Arbeitsabkommen brechen könnte.

Was mache ich, wenn mein Stellenangebot zurückgezogen wurde?


Die offensichtliche Frage ist nun: Was tun, wenn dein Angebot gerade widerrufen wurde? Hier sind vier schnelle Tipps:

1. Stelle sicher, dass du verstehst, was passiert ist.

Ein Angebot zu verlieren, kann sich surreal anfühlen und eine wahre Flutwelle von Emotionen auslösen. Trotzdem ist es wichtig, so ruhig wie möglich zu bleiben, während die Nachrichten übermittelt werden – und (höflich und professionell) Fragen zu allem zu stellen, was du nicht nachvollziehen kannst. Du brauchst Klarheit, um entscheiden zu können, wie es ab hier weitergeht.

2. Frage nach anderen Optionen.

Wenn das Angebot aus Gründen zurückgezogen wurde, die nichts mit deiner Herkunft oder deinem Verhalten zu tun haben, kannst du deinen Ansprechpartner vielleicht fragen, ob es möglicherweise andere Optionen innerhalb des Unternehmens gibt. Vielleicht kann ein anderes Team von deiner Expertise profitieren. Oder vielleicht könnte das Unternehmen dich als Aushilfe einsetzen, anstatt dich direkt fest einzustellen. Wenn dir die Gelegenheit sehr am Herzen liegt, betreibe ein bisschen Brainstorming und stelle dann die Frage!

3. Gib dir die Zeit zum Verarbeiten.

Egal wie logisch oder verständlich die Situation auch sein mag, wenn du ein Jobangebot verlierst, wird es wahrscheinlich dein Ego verletzen. Du bist traurig, wütend oder besorgt über deine Zukunft. Das ist alles ganz normal. In der Tat, wenn du dir erlaubst, durch Phasen der Trauer zu gehen, wirst du besser für den zukünftigen Erfolg positioniert, als wenn du deine Gefühle runterschluckst und direkt wieder auf den Arbeitsmarkt rennst. Es ist schwer, Fortschritte zu machen, wenn man an der Vergangenheit festhält!

4. Sag den Leuten, was du durchmachst.


Es lässt sich nicht leugnen, dass es traumatisch sein kann, wenn ein Jobangebot zurückgezogen wird, insbesondere wenn du bereits deinen anderen Job gekündigt hast. Wie kannst du also in dieser beschissenen Situation den Spieß umdrehen? Teile deine Geschichte mit deinem beruflichen Netzwerk. Du wirst wahrscheinlich einige dringend benötigte Worte der Ermutigung und vielleicht sogar ein paar Hinweise erhalten, die dir den Weg zurück in die Jobsuche erleichtern.

Du musst deine Geschichte natürlich nicht auf all deinen sozialen Profilen posten, wenn das nicht dein Stil ist – du kannst deine Situation auch deinen Mentoren gegenüber erwähnen oder deinen alten Kollegen in diesem Gruppen-Chat mitteilen, was passiert ist.

5. Erwäge, deinen alten Job zurückzufordern (wenn du ihn willst oder brauchst).

Wenn du bei deinem derzeitigen Arbeitgeber gekündigt hast und diesen Job jetzt tatsächlich brauchst, warum forderst du ihn nicht zurück? Es kann so einfach sein, dich an deinen Chef zu wenden und deine Situation zu schildern. Sicher, du hat vielleicht das Gefühl, dass du angekrochen kommst und versagt hast, aber wenn du das Einkommen benötigst und weißt, dass du in diesem Job wertvoll bist, schadet es nicht, zu fragen.

6. Versuche, dich nicht selbst fertig zu machen.

In vielen Fällen ist es überhaupt nicht deine Schuld, dass ein Jobangebot wiederrufen wird. Vielleicht möchtest du es im Moment nicht hören, aber auf lange Sicht kannst du so vielleicht sogar besser dran sein, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das in finanziellen Schwierigkeiten oder in Managementproblemen steckt.

Und selbst wenn es (technisch gesehen) deine Schuld ist? Nutze es wertvolle Lernerfahrung, wenn du das nächste Kapitel deiner Karriere anstrebst.

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Tags: Arbeit + Arbeitsplatz + CareerGuide24 + Homeoffice + Karrieretipps + Tricks

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