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So liest du eine Stellenbeschreibung richtig

- damit du aufhörst, Lebensläufe ins Leere zu schicken
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Wann hast du das letzte Mal eine Stellenbeschreibung gelesen? Wenn du gerade auf der Jobsuche bist, wird deine Antwort vermutlich „gestern“ oder „vor ein paar Minuten“ lauten. Aber wenn wir dich jetzt fragen, wann du das letzte Mal WIRKLICH eine Stellenbeschreibung gelesen und dir die Zeit genommen hast, jedes Wort aufzunehmen und den Inhalt zu reflektieren, wird deine Antwort vermutlich anders ausfallen.

Viele Jobsuchende werfen einen flüchtigen Blick auf eine Stellenausschreibung und bewerben sich dann, ohne jemals wieder darüber nachzudenken oder darauf Bezug zu nehmen. Es ist leicht, in diesen Rhythmus zu verfallen, besonders, wenn du versuchst, dich auf so viele Stellen wie möglich zu bewerben. Aber das ist ein Fehler! Einer, der deine Jobsuche verlängern wird oder dazu führen kann, dass du einen Job verpasst, den du vielleicht geliebt hättest.


Wenn du jede Stellenbeschreibung gründlich liest, bestimmte Informationen notierst und sie dann auch richtig verwendest, kannst du nicht nur die Anzahl deiner Bewerbungen minimieren, sondern auch die Chance auf Vorstellungsgespräche erhöhen, dir bei der Vorbereitung auf diese helfen und letztendlich sicherstellen, dass du eine fundierte Entscheidung darüber treffen kannst, ob ein Job der richtige für dich ist.

Was ist eine Stellenbeschreibung und warum ist es so wichtig, sie genau zu lesen?


Eine Stellenbeschreibung (oder Stellenausschreibung oder Stellenangebot) enthalten die Informationen, die ein Arbeitgeber über eine offene Stelle teilt – sei es auf LinkedIn und Xing, auf der eigenen Website oder auf einer Jobbörse. Sie beinhaltet Details über die Stelle und das Unternehmen, alles, was der Arbeitgeber bei einer Einstellung sucht und weitere Einzelheiten zum Bewerbungsprozess.

Es kann sich wie eine lästige Pflicht anfühlen, jedes Wort einer Stellenbeschreibung zu lesen, wenn man sich eigentlich schon nur aufgrund des Titel oder des Unternehmens auf die Stelle bewerben würde. Aber der Schlüssel zu deiner Bewerbung liegt darin, die Stellenbeschreibung in- und auswendig zu lernen.

Egal für welche Position du dich bewirbst, du musst zeigen, welchen Wert du dem Team oder dem Unternehmen hinzufügst. Und eine Stellenbeschreibung ist dein Leitfaden, um genau herauszufinden, was ein Arbeitgeber sucht. Betrachte es als deinen Spickzettel, um den richtigen Job zu finden – und eingestellt zu werden.

Was steht eigentlich in einer Stellenbeschreibung?


Stellenbeschreibungen enthalten nicht alle die gleichen Informationen oder listen diese in der gleichen Reihenfolge auf. Notiere dir für jeden Abschnitt, warum du speziell für diese Position qualifiziert bist und wie du zu den Anforderungen passt:

  • Positionstitel: Beachte, wie die Stellenbezeichnung zu deinem Karriereniveau und deinen Interessen passt.
  • Firmenname: Hole vor deiner Bewerbung Informationen zu dem Unternehmen ein und überlege, ob du dafür arbeiten möchtest.
  • Unternehmensbeschreibung: Achte darauf, wie eine Organisation über sich selbst, ihre Werte, ihr Wachstum und ihre Mitarbeiter spricht, um zu sehen, was ihnen am wichtigsten ist und erfahre, wie du ihre Kultur und ihr Arbeitsumfeld verbessern könntest.
  • Beschäftigungsart: Die Stellenausschreibung sollte angeben, ob sie einen Vollzeitbeschäftigten, Teilzeitbeschäftigten, Auftragnehmer oder Freiberufler sucht.
  • Standort: Bei Stellenausschreibungen sollte auch angegeben werden, ob eine Stelle vollständig im Büro, im Homeoffice oder hybrid wahrgenommen wird.
  • Stellenübersicht oder Zusammenfassung: Lies dir die allgemeine Erläuterung der Position und die Verantwortlichkeiten unbedingt durch.
  • Job-Verantwortlichkeiten oder –Aufgaben: Unternehmen fügen diese Informationen oft als Aufzählungsliste hinzu, was die Person in dieser Rolle täglich, wöchentlich oder anderweitig regelmäßig machen wird.
  • Erforderliche Qualifikationen: Dies umfasst deine jahrelange Erfahrungen und Fähigkeiten, die du im Laufe der Zeit gesammelt hast.
  • Bevorzugte, zusätzliche oder Bonusqualifikationen: In Postings können auch „nice-to-have“-Qualifikationen aufgeführt sein, die nicht obligatorisch sind.
  • Vorteile: Unternehmen listen oft einige der Vorteile und Vergünstigungen auf, die Teil eines Jobs oder seines Vergütungspakets sind.
  • Gehalt: Leider ist es nicht selbstverständlich, dass das Gehalt in einer Stellenbeschreibung aufgeführt ist, aber wenn ein Unternehmen sich dazu entschließt, es offenzulegen, achte darauf, wie es mit deinen Erwartungen übereinstimmt.
  • Rechtliche Angaben: Viele Stellenbeschreibungen enthalten Anti-Diskriminierungs-Sprachen oder weisen darauf hin, dass eine Organisation beispielsweise angemessene Vorkehrungen bereitstellt. Das Fehlen dieser Sprache bedeutet jedoch nicht, dass der Arbeitgeber nicht diesen Gesetzen unterliegt.
  • Impfstatus: Im Zuge der COVID-19-Pandemie werden sich viele Arbeitgeber für eine Impfung entscheiden oder müssen diese vorschreiben. Einige können es zu einer Stellenbeschreibung hinzufügen. Ja, das ist legal.
  • Bewerbungsanweisungen: Befolge alle Anweisungen, die ein Unternehmen zum Bewerbungsablauf angibt – und welche Materialien oder Informationen du deiner Bewerbung beifügen sollst – so genau wie möglich.

Worauf solltest du beim Lesen einer Stellenbeschreibung achten?


Wenn du zum ersten Mal eine Stellenbeschreibung liest: Behandele sie wie eine Leseverständnisübung. Lies sie von oben nach unten durch. Ist dies die Art von Job die du gerne ausüben möchtest? Wenn du ein gutes Bauchgefühl hast, lies die Beschreibung noch einmal.

Beim Lesen ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass einige der Informationen, nach denen du suchst, explizit und andere implizit sind, daher ist es unbedingt erforderlich, auch zwischen den Zeilen zu lesen. Nimm dir die Zeit, um die Botschaft eines Unternehmens wirklich zu verstehen.

Hier sind ein paar Dinge, die du beim Lesen markieren oder notieren solltest:

Welche Qualifikationen wünscht sich der Arbeitgeber von einem Bewerber

Während du liest, markierst, unterstreichst und schreibst du dir wichtige Details auf, die dir einen besseren Einblick in das geben, wonach ein Arbeitgeber sucht. Dabei kannst du nach vier Arten von Informationen suchen:

  • Erfahrungen, die einer Person helfen würden, diesen Job zu bekommen oder auszuführen
  • Fähigkeiten, die einer Person helfen würden, diesen Job zu bekommen oder auszuführen
  • Bildung oder Ausbildung, die einer Person helfen würde, diesen Job zu bekommen oder auszuführen
  • Unternehmenswerte

Das Wichtigste an der Rolle

Du möchtest auch eine Vorstellung davon bekommen, welche Erfahrungen, Fähigkeiten, Ausbildungen und Werte für einen Job wichtig sind. Es gibt zwei Haupthinweise dafür, dass ein bestimmter Punkt besonders wichtig dafür ist, die bestimmte Stelle zu bekommen:


  • Wiederholungen: Normalerweise enthält eine Stellenbeschreibung drei bis fünf Themen oder Ideen, die mehr als einmal und in verschiedenen Abschnitten erwähnt werden. Dies wird eine Mischung aus Kernfähigkeiten, die für das Gedeihen im Job entscheidend sind, und persönlichen Qualitäten, die das Team und den Arbeitsplatz bereichern, sein. Je öfter eine Fähigkeit oder Qualität auftaucht, desto wichtiger ist sie.
  • Reihenfolge der Informationen: Bei Listen mit Aufgaben kannst du sicher davon ausgehen, dass die ersten Aufzählungspunkte einen größeren Teil des Jobs ausmachen als alles, was am Ende der Liste steht. In ähnlicher Weise ist bei Qualifikationen wahrscheinlich sehr wichtig, was ein Unternehmen zuerst auflistet, um den Job zu bekommen.


Welche Keywords werden verwendet

Du musst bei einer Stellenbeschreibung nach Formulierungen Ausschau halten, die wichtige Aufgaben, Anforderungen und Fähigkeiten sowie Unternehmenseigenschaften beschreiben. Diese Schlüsselwörter können dir mehr über die Stelle und den Arbeitgeber erzählen und werden dir später bei der Bewerbung für die Stelle nützlich sein. Notiere sie also beim Lesen.
Wenn eine Stellenausschreibung beispielsweise eine der aufgeführten Verantwortlichkeiten wie „Produktionsplanung, Logistik und Auftragserfüllungsprozesse kontinuierlich verbessern, um die Prozesseffizienz und Produktivität zu maximieren“ enthält, könntest du „Produktionsplanung“ oder „Auftragserfüllung“ als Schlüsselwörter herausziehen.

Beruht das Posting auf Schlagwörtern und vagen Formulierungen

Im Gegensatz zu Keywords sind Schlagwörter oft vage und sagen nicht unbedingt etwas Bestimmtes über einen Job oder ein Unternehmen aus. Sie könnten darauf hinweisen, dass die Recruiter nicht genau wissen, was sie brauchen oder versuchen, ein nicht ideales Arbeitsumfeld zu verschleiern.
Denke zum Beispiel an die Wörter und Phrasen, die du mit „Hustle Culture“ verbindest. Wenn in einer Stellenbeschreibung von der Suche nach jemandem gesprochen wird, der bereit ist, „die Extrameile zu gehen“, „flexibel ist“ und „dem lange Arbeitszeiten nichts ausmachen“, könnte dies ein Zeichen für eine Umgebung sein, die nicht alles zusammen hat oder dem Arbeiternehmer viel abverlangen wird, ohne das explizit zu sagen.

Gibt es noch andere rote Flaggen

Während die meisten Elemente einer Stellenbeschreibung je nach Arbeitssuchendem positiv oder negativ bewertet werden können, gibt es bestimmte Sätze und Hinweise, bei denen du unabhängig von deinen Vorlieben innehalten solltest.

Hüte dich vor Stellenbeschreibungen, die die Stärken, Fähigkeiten und Erfahrungen von fünf Personen in einem auflisten. Stellenbeschreibungen, mit endlos langen Auflistungen von Anforderungen, spiegeln einen Personalchef wider, der unrealistische Erwartungen hat, oder ein Unternehmen, das noch nicht wirklich bereit ist, einzustellen, weil es sich nicht die Zeit genommen hat, eine klare Stellenbeschreibung zu erstellen.

Ein weiteres häufiges Warnsignal ist der berüchtigte Einstiegsjob, der drei bis fünf Jahre (oder mehr!) Berufserfahrung sowie eine Reihe anderer Eigenschaften voraussetzt. Dies kann dir signieren, dass der Arbeitgeber unrealistische Vorstellungen von seinem zukünftigen Arbeitnehmer hat oder einfach nicht bereit ist, ein angemessenes Gehalt zu bezahlen.
Noch heimtückischer sind die roten Fahnen für Jobbetrug, illegale Geschäfte und einfach weniger schmackhafte Aktivitäten. Hüte dich beispielsweise vor Jobs, bei denen du nur Provisionen verdienst oder Verbrauchsmaterialien oder Inventar kaufen musst. Ein Job, der dir verspricht, mit wenig Arbeit viel Geld zu verdienen oder dich auffordert, einen Lebenslauf ohne Angaben zur Rolle selbst zu senden, ist auch eher ein Betrug.

Was dir am wichtigsten ist

Bevor du mit der Jobsuche beginnst, solltest du dir die Zeit nehmen, genau herauszufinden, wonach du in deiner nächsten Position suchst und was dir am wichtigsten ist. Erstelle dir eine Liste mit nicht verhandelbaren Dingen. Diese kann alles enthalten, was für deine nächste Rolle ein Muss ist, z.B. Gehaltsanforderungen, bestimmte Richtlinien für die Fernarbeit, bestimme Vergünstigungen und Vorteile sowie Aufgaben und Pflichten, die du gerne machen möchtest oder auch nicht. Denke an deine Liste zurück, während du jede einzelne Stellebeschreibung liest.

Wie kannst du eine Stellenbeschreibung in jeder Phase deiner Jobsuche effektiv einsetzen?


Nachdem du jede Stellenbeschreibung gründlich gelesen hast, kannst du das Gelernte wie folgt umsetzen:


1. Entscheide, ob du dich bewerben möchtest

Neben einem ersten guten Bauchgefühl beim Lesen einer Stellenbeschreibung musst du sicherstellen, dass eine Position auch nach dem Tiefergreifen für dich Sinn macht. Eine Bewerbung kann mental, emotional und körperlich anstrengend sein, daher möchten wir diese Energie nicht umsonst aufwenden, es sei denn, es handelt sich um einen Job, den wir wirklich wollen und für den wir gut geeignet sind.

Sie dir alle Elemente an, die du in der Stellenausschreibung hervorgehoben hast: die Qualifikationen, die Aufgaben, die Unternehmenswerte, die potenziellen Nachteile und deine persönlichen „nicht Verhandelbaren“. Frage dich, ob du den Erwartungen des Unternehmens entsprichst und, was noch wichtiger ist, ob der Job deinen Erwartungen entspricht.

Aber denke nicht, dass du jeden Punkt in der Bewerbung erfüllen musst, wenn es um Qualifikationen geht. Häufig werden Stellenausschreibungen von einer Kombination aus Personalabteilung und einem Einstellungsleiter verfasst und können eine Menge ‚Nice-to-haves‘ enthalten, die in einem einzelnen Arbeitnehmer realistischer Weise nicht zu finden sind.

Wenn du der Meinung bist, dass du den Job aufgrund deiner Fähigkeiten und bisherigen Erfahrungen machen kannst, solltest du dich bewerben. Bewerber, die nicht 100% der Qualifikationen erfüllen, werden trotzdem für fast jede Stelle berücksichtigt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die meisten Menschen sich nicht bewerben, da sie nicht alle Punkte erfüllen.

2. Passe deine Bewerbungsunterlagen an

Überlege, welche Themen, Fähigkeiten, Erfahrungen, Qualitäten und Schlüsselwörter in der Stellenbeschreibung auf dich zutreffen. Arbeite diese in deinen Lebenslauf, dein Anschreiben und weiteren Bewerbungsunterlagen ein, um jedem Leser klar zu machen, warum du für den Job geeignet bist. Bewerber müssen die Führung übernehmen und die Punkte für den einstellenden Manager verbinden.

Du solltest deine Unterlagen für jeden Job anpassen, indem du die Fähigkeiten, Erfahrungen und Themen erweiterst, die dir am wichtigsten sind. So kannst du beispielsweise für eine Stellenbeschreibung, die Teamwork und Zusammenarbeit betont, Projekte hervorheben, an denen du als Teil einer Gruppe gearbeitet hast, indem du sie in deinem Lebenslauf erwähnst und mit einer relevanten Geschichte in deinem Anschreiben erläuterst.

Und verwende nach Möglichkeit die gleiche Formulierung wie in der Stellenbeschreibung! Sprich die Sprache des Arbeitgebers, indem du Schlüsselwörter verwendest, die du beim Lesen der Stellenbeschreibung entdeckt hast. Die Verwendung von Schlüsselwörtern hilft nicht nur einem Leser zu verstehen, warum du für einen Job qualifiziert bist, sondern auch Computern, deine Bewerbung zu analysieren und zu sortieren. Die meisten Unternehmen verwenden Bewerber-Tracking-Systeme (ATS), um nach Lebensläufen zu suchen, die relevante Schlüsselwörter enthalten, insbesondere wenn eine bestimmte Stelle viele Bewerbungen erhalten hat.

3. Bereite dich auf dein Vorstellungsgespräch vor

Auch nach einer Einladung zum Vorstellungsgespräch zählt die Stellenbeschreibung. Speichere also jede Stellenausschreibung, auf die du dich bewirbst, in einem Format, auf das du problemlos zurückgreifen kannst – selbst wenn das Unternehmen sie in der Zwischenzeit deaktiviert. Du kannst zum Beispiel einen Screenshot erstellen, sie als PDF speichern oder den Text kopieren und in ein Dokument einfügen.

Wenn du dich auf dein Vorstellungsgespräch vorbereitest, schaue dir die Stellenausschreibung noch einmal an, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für die Stelle und das Unternehmen am wichtigsten ist – d.h. wonach die Interviewer wohlmöglich fragen werden oder was sie in deinen Antworten suchen. Bereite dich darauf vor, deine wichtigsten Qualitäten und Qualifikationen in deinen Antworten auf häufig gestellte Frage hervorzuheben. Dies können Fähigkeiten und Erfahrungen sein, aber auch der Grund, warum du für ein Unternehmen arbeiten möchtest oder ein guter Vertreter derer Werte bist.
Egal, auf welche Position du dich bewirbst, gehe in dein Vorstellungsgespräch und sei mit mehreren Geschichten vorbereitet, die nicht nur deutlich machen, warum du großartig für den Job geeignet bist, sondern auch, wie du das Unternehmen und das Team bereicherst.

Tags: Karriere Tricks + Karriere machen + Karrierebibel + Karrieretipps

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