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Drei Dinge, über die du dir an deinem neuen Arbeitsplatz unnötig den Kopf zerbrichst

Und drei, die du zu sehr vernachlässigst
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Einen neuen Job zu beginnen ist immer wieder aufregend, das geht nicht nur dir am Anfang deiner Karriere so, sondern auch vielen, die schon einige Jahre auf ihrem Karriereweg geschritten sind und bereits den einen oder anderen Wechsel des Arbeitgebers hinter sich gebracht haben. So spannend es aber auch sein mag – neue Projekte und Herausforderungen, neue Umgebung, neue Kollegen, der morgendliche Kaffee schmeckt anders, all das –, zur Aufregung gesellt sich häufig ebenfalls ein diffuses Gefühlsknäuel aus Befürchtungen und Sorgen.

Das können die üblichen Zweifel daran sein, ob du überhaupt die geeignete Person für diese Position bist und wie du es geschafft hast, an diesen Job zu gelangen. Aber auch die Frage, wie du es schaffen sollst, die Kaffeemaschine in der Küche der neuen Firma zu bedienen. Deine Kaffeemaschine zu Hause ist die von deinen Großeltern und auch die bei deinem Studentenjob sah nicht viel jünger aus, aber diese Kaffeemaschine ist eine komplexe Maschine, so sehr Hightech wie ein Raumschiff einer extraterrestrischen Lebensform, und um sie zu bedienen, brauchst du gefühlt einen Doktortitel in Quantenphysik. Die Chancen, die Küche nicht vollständig mit Kaffee zu fluten, stehen also mehr als schlecht für dich. Gibt es für dich überhaupt eine Möglichkeit, dich nicht zum Gespött deiner neuen Arbeitskollegen zu machen und trotzdem an deinen Kaffee zu kommen?

Du siehst, die Möglichkeiten, dir zu viele – und manchmal absurde – Gedanken an deinem neuen Arbeitsplatz zu machen, sind schier unbegrenzt. Aber welche von ihnen sind unnötig und worüber denkst du vielleicht zu wenig nach? Wir nennen dir drei Dinge, über die du dir zu sehr den Kopf zerbrichst, und drei, die du wenig auf dem Schirm hast:

Du denkst zu viel darüber nach, wie lange du abends noch bleiben sollst

Du bist natürlich versucht, bei deinem neuen Arbeitgeber einen guten Eindruck zu hinterlassen und willst deswegen in deiner Anfangszeit nicht gleich Dienst bis auf die Minute genau machen, sondern dein Engagement zeigen und bleibst also etwas länger als deine Kollegen. Doch wie lange solltest du bleiben, bis du nach Hause gehen kannst? Nach und nach verabschieden sich deine neuen Kollegen von dir, bis irgendwann nur noch dein Chef in seinem Büro sitzt. Gehst du nun oder wartest du noch, bis dein Chef geht? Dann geht auch dein Chef, später zieht das Putzpersonal durch die Räumlichkeiten und plötzlich bist du allein da. Straßenlärm ist auch nur noch wenig zu hören, die meisten Menschen liegen bereits in ihren Betten. Jetzt wäre doch der geeignetste Moment, um nach Hause zu gehen? Oder hättest du dich doch schon früher auf die Socken machen können?

Sicherlich kommt es nicht ganz so gut an, wenn du jeden Tag schon drei Stunden vor allen anderen nach Hause gehst, aber du musst, nur weil du neu am Arbeitsplatz bist, diesen nicht grundsätzlich als letzter verlassen. Auch brauchst du deinen Chef nicht um Erlaubnis bitten, ob du am Ende des Arbeitstages gehen darfst – die Chancen, dass er dich eher für leicht verrückt hält als unheimlich fleißig, sind dann nicht ganz unwahrscheinlich. Du bist ein erwachsener Mensch und wenn es nicht sowieso feste Arbeitszeiten gibt, zu denen alle kommen müssen, erkundige dich einfach, wann die typischen Zeiten sind, zu denen die Mitarbeiter auf der Arbeit erscheinen und wann es in Ordnung ist für dich zu erscheinen und wann zu gehen. Und solange du nicht etwas überaus Wichtiges unfertig auf deinem Schreibtisch liegen lässt, nachdem du dein Mindestpensum erfüllt hast, wird dir auch keiner deine Fleißkärtchen aberkennen.

Du denkst nicht genug darüber nach, was Sinn für dich und dein Team ergibt

Es ist nur natürlich, dich an deine alten Arbeitsplatzgewohnheiten zu halten. Was hier dort jedoch sinnvoll war, muss es in deinem neuen Job nicht unbedingt sein. Was bringt es dir, weiterhin um 8 Uhr auf der Matte zu stehen, wenn dein Chef erst um halb elf ins Büro kommt und die ersten deiner Kollegen erst eine Stunde vor deinem Chef langsam eintrudeln, du aber auf ihre Mitarbeit angewiesen bist? Kommen deine Kollegen vor einem Tag mit lauter anstrengenden Meetings etwas eher ins Büro, um wenigstens eine Grundroutine zu erledigen? Schau, wie deine Kollegen an deinem neuen Arbeitsplatz ihre Arbeitszeit regeln – besonders in der Anfangszeit, wenn du noch eingearbeitet wirst und einige Fragen hast, ist es sinnvoll, zur gleichen Zeit wie deine Kollegen am Arbeitsplatz zu sein – später kannst du immer noch überlegen, ob du deine Zeiten so anpasst, dass es dir mehr entgegen kommt.

Du machst dir zu viele Gedanken, ob du zu viele Fragen stellst

Du weißt noch nicht genau, wo du was findest, wer deine Ansprechpartner für bestimmte Probleme und wie bestimmte Abläufe sind. Bis du dir einen genauen Überblick verschafft hast, wird es eine gewisse Zeit dauern und in dieser Zeit wirst du vermehrt Fragen stellen. Unangenehm, denn aus irgendeinen Grund denken wir, Fragen gehe nicht nur den Kollegen auf die Nerven, sondern lasse uns dazu noch inkompetent wirken. Je weniger wir wissen, desto mehr müssen wir eben fragen – das muss aber nicht negativ sein, denn manches können wir noch gar nicht wissen. Wenn du Fragen stellst, signalisierst du damit dein Interesse, dir das nötige Wissen draufschaffen zu wollen. Und je mehr du fragst, desto schneller geht das. Es ist eigentlich ganz einfach.

Du denkst nicht genug darüber nach, was du für Fragen stellst

Es hilft aber weder dir noch deinen Team, wenn du einfach Fragen des Fragenstellens wegen stellst. In deinen ersten Tagen geht es insbesondere darum, dich mit deiner Position und Rolle in der Firma vertraut zu machen, mit deinen Aufgaben und mit wem du möglicherweise direkt an Projekten zusammenarbeitest. Aber auf einige Fragen brauchst du in den ersten Tagen nicht unbedingt eine Antwort – wenn du beispielsweise im Frühjahr deinen neuen Job antrittst, ist die Frage nach der Weihnachtsfeier noch nicht so akut, dass sie nicht auch erst in ein paar Monaten beantwortet werden könnte. Konzentriere dich also auf Fragen, die dir dabei helfen, dich in deinen ersten Wochen schnell zu akklimatisieren und schnell deine Rolle ausfüllen zu können. Natürlich gibt immer mal wieder Fragen, die nicht direkt mit deinem Job zu tun haben, auf die du jedoch eine Antwort brauchst – wenn dein Computer beispielsweise nicht mit dem Firmendrucker verbunden ist. Hier ist es sinnvoll, dich gleich an die richtige Person zu wenden. In der IT-Abteilung wirst du hier eher eine zügige Antwort erhalten als von deiner Sitznachbarin, der die administrativen Rechte fehlen.

Du machst dir zu viel Gedanken, was du in Gegenwart deiner Kollegen sagst

Du möchtest bei deinen neuen Kollegen einen guten Eindruck hinterlassen und nicht wie ein kompletter Idiot dastehen. Deswegen verzichtest du selbstverständlich darauf, von deinem Wochenende zu erzählen, das ein nichtendendes Besäufnis war und damit endete, dass du Sonntagnachmittag in der Ausnüchterungszelle aufwachtest und dich erst drei Stunden später erinnern konntest, wie du überhaupt heißt. Auch die Themenblöcke "Politik" und "Religion" sparst du erst einmal aus, weil du dich hier schnell in die Nesseln setzen kannst. Aber auch weniger heikle Themen können schnell zu einem Bumerang geraten: Wenn du freimütig in der Firmenküche darüber plauderst, dass du Leute nicht verstehen kannst, die freiwillig zu Schlagerpartys gehen, trittst du eventuell einem deiner Kollegen damit auf die Füße. Und weil Kommunikation ein einziges Minenfeld ist, sagst du lieber nichts außer ein paar unverfängliche Worte zum Wetter.
Klar, du musst nicht, besonders nicht in deinen ersten Tagen, so richtig vom Leder ziehen. Aber du bist auch nicht mehr im Bewerbungsprozess und wenn du mit deinen Kollegen sprichst, kannst du dich an Gesprächen und Diskussionen beteiligen und dabei auch deine Meinung äußern bzw. über deine Freizeitbeschäftigungen sprechen, ohne dir Sorgen machen zu müssen.

Du denkst nicht genug darüber nach, wie du dir deine neue Rolle in deiner Firma vorstellst

Auch wenn du nicht jedes kleine Wort auf die Goldwaage legen sollst, bietet dir dein neuer Job auch die Möglichkeit, den Eindruck, den deine Kollegen von dir haben, zu beeinflussen. Das heißt nicht, dass du dich um hundertachtzig Grad drehen und einen ganzen Charakter-Turnaround hinlegen sollst. Aber manchmal gefällt dir selbst die Rolle nicht, die du bisher innehattest – warst du z.B. bei deinem bisherigen Job eher das Mädchen für alles und für viele Bereiche zuständig, wärest du vielleicht lieber eher der Spezialist, der sich einer Sache ganz und gar verschreibt. Du hast hier also die Möglichkeit, dieses Bild ein bisschen zu korrigieren – sofern du weißt, wie du deine Rolle in deiner neuen Firma siehst.

Tags: Arbeitsplatz + Erfolg + Karriere machen + Karrieretipps + Traumjob