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Die eine Frage, die du dir stellen solltest …

… wenn eine Aufgabe dir unlösbar erscheint
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Du hast dein Studium erfolgreich abgeschlossen und die Welt liegt offen vor dir. Vielleicht nicht zu deinen Füßen, aber die Möglichkeiten, die sie dir bietet, sind vielfältig und du hast allen Grund, mit Schwung in deinen neuen Lebensabschnitt zu starten. Nach der Schule hast du dich für ein Studium entschieden, das deinen Interessen und deinen Fähigkeiten entspricht und so kannst du nun mit Recht und Stolz behaupten, in deinem Bereich schon ziemlich gut zu sein.
Jetzt kann es endlich für dich losgehen.

Du machst dich auf die Suche nach dem passenden Job, bewirbst dich oder hast sogar bereits eine Stelle gefunden. Aber egal, ob du ins Arbeitsleben eingestiegen bist oder noch suchst, die nächsten Herausforderungen stehen an. Und vielleicht ist allein dieses Gefühl, etwas Neues zu beginnen, Motivation genug für dich und lässt dich an dich selbst glauben: "Ich kann alles erreichen, was ich mir vornehme!"

Doch spätestens wenn der jugendliche Elan, mit dem du aus dem Studium in den Job getragen wurdest, etwas abklingt, wirst du womöglich feststellen, dass es sich bei diesem Motto, das du dir regelmäßig im Stillen wiederholst – wie bei den meisten Menschen – um die verkürzte Variante handelt. Die volle lautet in etwa so: "Ich kann alles erreichen, was ich mir vornehme – so lange es meinen Fähigkeiten, Interessen und meinem Typ entspricht."

Wir alle richten uns nur zu gerne Komfortzone ein, die wir ebenso ungerne verlassen. Was unserem Wesen nicht entgegenkommt und außerhalb dieser Zone liegt, fangen wir nach Möglichkeit gar nicht erst an, weil es nicht zu unserer Persönlichkeit passt. Fremdsprachen haben dir schon während der Schulzeit nicht gelegen, deswegen fängst du gar nicht erst an, eine neue zu erlernen. Und klar würdest du gerne mehr Sport machen, aber drei Mal die Woche etwas von der wenigen Zeit abzuknapsen, um Laufen oder zu einem Sportkurs zu gehen, klingt nach knochenharter Disziplin, die du sowieso nicht einhalten könntest. Und für ein Instrument zu lernen warst du sowieso nie musikalisch genug. Die Liste ließe sich unaufhörlich fortführen.

Und viele dieser Floskeln kennst du wahrscheinlich nicht nur von dir selbst. Auch von deinen Eltern wirst du sie in deiner Kindheit häufig gehört haben.
"Naturwissenschaften liegen Mädchen sowieso nicht."
"Der Junge hatte schon immer zwei linke Hände."

Und so wirst du schon als Kind darauf konditioniert, dich gegen das zu entscheiden, in dem du nicht gut bist. Natürlich ist es schön, Dinge zu machen, die einen sowieso interessieren, aber es limitiert dich auch unnötig. Vielleicht würden dir Fremdsprachen großen Spaß machen, obwohl du dich mehr reinfuchsen musst als andere. Und vielleicht fändest du in einem Sport deine Erfüllung und müsstest dich nach wenigen Wochen nicht einmal mehr zum Einhalten zwingen. Vielleicht liegt dein fehlendes Interesse für Fremdsprachen oder Sport ja nur darin begründet, dass du glaubst, es sowieso nicht zu können.
In deinem Privatleben mag nicht weiter schlimm sein. Du hast deine Interessen und es steht dir ebenso frei, keine weitere Fremdsprache zu erlernen, wie es dir freisteht, Fertiggerichte zu kaufen und essen zu gehen, statt an deinen Kochkünsten zu feilen.

In der Arbeitswelt ist es jedoch manchmal schwieriger, sich aus einer Sache herauszuwieseln. Jeder von uns hatte, ob in der Schule, an der Uni oder im Arbeitsleben, schon einmal so eine Situation. Dein Chef bittet dich, ein Projekt zu übernehmen, mit dem du bisher nie zu tun hattest und für das dir eine Schlüsselkompetenz fehlt. Ausgerechnet in einem Sachgebiet, in dem du keine Aktien hast. Und nicht immer kannst du die Bitte ausschlagen. Du wirst dich also mit einem Aufgabenbereich – einer Software vielleicht – auseinandersetzen müssen, den du im Leben nicht erlernen wirst.

Nachdem du die ersten Tage hinter dir hast, in denen du dich bestätigt fühlen wirst, da das Programm für dich weiterhin ein böhmisches Dorf ist, stellst du irgendwann fest, dass du doch langsam die Grundzüge der Software begreifst. Es werden zuerst keine großen Schritte sein, die du machst und vielleicht fühlt es sich nicht nach Fortschritt an. Aber bald merkst du, dass du die Funktionen des Programms intuitiv nutzt.

Wenn du dich auf deine vermeintlich unlösbare Aufgabe einlässt, stellst du fest, dass sie gar nicht so unlösbar ist, wie du gedacht hast, und wer weiß, vielleicht bist du nicht nur dabei, etwas Neues zu lernen, sondern dir macht die Aufgabe sogar Spaß. Auf jeden Fall entdeckst du Fähigkeiten und Stärken an dir, von denen du nicht dachtest, dass du sie hast.

Wahrscheinlich bist du selbst von dir überrascht. Das sollst du ganz alleine hinbekommen haben? Dabei warst du felsenfest davon überzeugt, diese Aufgabe niemals meistern zu können, dieses Programm niemals zu verstehen. Und doch hast du es schafft – obwohl es angeblich gar nicht deinem Typ entspricht.

Und falls du dir die Frage noch nicht gestellt hast, solltest du sie dir jetzt stellen:
Wo sonst sticht deine Lernfähigkeit deinen Glauben an dich selbst aus? In welchen Bereichen unterschätzt du dich selbst noch?
Natürlich bedeutet das nicht, dass du nun alles erlernen kannst, was es auf der Welt zu erlernen gibt – manches interessiert dich vielleicht wirklich nicht, auch wenn du dich länger damit auseinandersetzt. Anderes kostet zu viel Zeit und lohnt in Relation den Aufwand nicht. Aber es zeigt dir eins: Du kannst lernen.

Wenn du also in deinem Leben vor einer neuen Herausforderung stehst, atme tief ein, denk an die vergangenen Herausforderungen, die zu meistern du nie geglaubt und doch getan hast, und erinnere dich daran, dass es manchmal Momente gibt, in denen die einzige Person, die dich davon abhält, die Person zu sein, die du sein möchtest.

Tags: Arbeitsplatz + Erfolg + Karriere + Karrieretipps